Der Tagesspiegel : Der Fall Ulrike: Suche nach vermisstem Mädchen weiter erfolglos

Ste./weso

Mit veränderter Taktik hat die Polizei gestern die Fahndung nach der verschwundenen Ulrike Brandt aus Eberswalde fortgesetzt. Die Suchmannschaften durchkämmten das Gebiet zwischen dem Ortsteil Finow, Biesenthal und Bernau nicht mehr auf breiter Front, sondern auf wenige Punkte konzentriert. Diese waren auf Luftaufnahmen des Tornado-Jets der Bundeswehr aufgefallen. Erstmalig fand die Suche auch in unmittelbarer Nähe der Autobahn A 11 Berlin-Prenzlau statt. Immer wieder lösen Funde unterschiedlichster Utensilien Aufregung bei den Polizisten aus. So stießen sie auf einen Beutel mit Kinderkleidung. Doch das kriminaltechnische Labor konnte keine Zusammenhänge der Gegenstände mit dem Fall Ulrike feststellen.

Die Polizei hat sich nun auf ein einziges Phantombild des gesuchten Entführers festgelegt. Demnach wird ein 20- bis 25-jähriger und rund 1 Meter 75 großer Mann mit bis zum Nacken reichenden Haaren gesucht.

Kurzen Prozess will die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) mit zwei Erpressern machen. Die Männer hatten sich telefonisch bei der Polizei gemeldet und 55 000 Mark für angebliche Hinweise auf den Aufenthaltsort von Ulrike verlangt. Sie riefen sowohl aus einer Telefonzelle als auch von einem Mobiltelefon aus an. Durch die Handy-Nummer konnte die Polizei die Identität der Anrufer feststellen und sie in Erkner festnehmen. Ihnen droht nun ein beschleunigtes Verfahren wegen versuchter Erpressung.

Ergebnislos beendete die Berliner Polizei am späten Dienstagabend die Suche nach Ulrike und ihrem Entführer in der Umgebung der Bösebrücke im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg. Der Hinweis eines Zeugen hatte die stundenlange Suchaktion von mehr als 500 Polizisten dort in zwei Kleingartenkolonien ausgelöst.

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