Der Tagesspiegel : Der Neue im „starken Team“

Themen – Trends – Termine Kai Lentrodt ist demnächst im ZDF zu sehen

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Jazz mit Greetje . An diesem Freitag treffen im Haus des Rundfunks an der Masurenallee 814 zwei Legenden aufeinander: Die Rias Big Band bittet um 20 Uhr im Großen Sendesaal zum Konzert und hat dazu die „Grande Dame des niederländischen Jazz“, Greetje Kauffeld, eingeladen, die ihre Karriere 1957 beim Radio-Tanzorchester Hilversum, den „Skymasters“, begann. Karten gibt es bei den Vorverkaufskassen sowie im RBB-Shop am Theodor-Heuss-Platz. Sie kosten zwischen 24 und 33 Euro.

Kunst statt Autos. Im Meilenwerk, dem Forum für Fahrkultur in der Moabiter Wiebestraße 36-37 findet am Sonntag, 12. Dezember, ab 14 Uhr, eine Kunst-Benefizauktion zugunsten des Vereins Placet statt, der Menschen aus Krisengebieten, die durch Folter, Terror oder Krieg verstümmelt wurden, nach Berlin bringen will, um ihnen hier mittels Plastischer Chirurgie zu helfen. Versteigert werden Werke von Lüpertz, Mühlenhaupt und anderen. Näheres unter www.placet-berlin.de.

Schnee mit Musik. Der 1929 unter der Regie von Arnold Fanck und G. W. Pabst gedrehte Stummfilm „Die weiße Hölle vom Piz Palü“ wird an diesem Sonnabend, 11. Dezember, um 20 Uhr in der Passionskirche am Marheinekeplatz gezeigt. Begleitet wird die Vorführung vom Live-Filmmusic-Orchestra unter der Leitung von Carsten-Stephan v. Bothmer, der eine neue Filmmusik für Kammerensemble und Elektronik komponiert hat. In dem Film spielt die spätere Regisseurin Leni Riefenstahl eine Hauptrolle. ac

Mit dem Finger rührt Kai Lentrodt in seinem frisch gepressten Orangensaft. „Irgendwie wässerig“, sagt er und lässt sich von einer schlecht gelaunten Kellnerin einen neuen bringen. So ganz hat sich der Hamburger an die unwirsche Berliner Art noch nicht gewohnt. Trotzdem gefällt es dem Schauspieler hier, und ganz besonders sein bunter Kreuzberger Kiez. Unter Umständen wird der 35-Jährige dort ermitteln: als Polizist in der ZDF-Krimireihe „Ein starkes Team“. Er ist dort demnächst als Ben Kolberg zu sehen, der sich mit modernen Ermittlungsmethoden nicht nur Freunde macht. Er spiele ein sympathisches Ekel, sagt Lentrodt. Für kurze Zeit in ein anderes Leben zu rutschen, das fasziniert ihn. Ebenso findet er das Arbeiten fürs TV interessant: Komplexe Sachverhalte verständlich darstellen und viele Leute damit erreichen, das ist Kai Lentrodts Ansicht nach Aufgabe des Fernsehns. „Ich brauche nicht acht Jahre Medizin studieren, um einen Arzt zu spielen“, sagt er.

Auch wenn Lentrodt kommerzielle Unterhaltung wie Krimis oder Comedyreihen legitim findet, befasst er sich privat doch gern mit alternativen Projekten. Am heimischen Schnittplatz entsteht momentan ein künstlerisches Video-Tagebuch, in dem Lentrodt Szenen aus seinem Alltag dokumentiert, zum Beispiel wenn er mit der dreijährigen Tochter seiner Freundin spielt.

Bevor Lentrodt am Hamburgischen Schauspielinstitut aufgenommen wurde, spielte er fünf Jahre Theater in Düsseldorf. Die Umstellung aufs Fernsehen fiel nicht ganz leicht. „Man spielt nur für die erste Reihe, während man im Theater auch die letzte erreichen muss“, sagt er.

Um Schauspielschülern, die zum Fernsehen wollen, spätere Verlegenheiten am Set zu ersparen, gibt Kai Lentrodt einmal im Jahr ein Wochenendseminar an seiner alten Hamburger Schauspielschule. „Wenn beim Drehen plötzlich Begriffe wie Pick up oder Anschlussfehler fallen, dann wissen die meisten Anfänger nicht, was Sache ist“, sagt Lentrodt. Gemeint ist damit, dass Szenen schlüssig aneinder passen. Die Zigarette, die bei einer Aufnahme angezündet wurde, darf in der nächsten nicht schon fast abgebrannt sein. An der richtigen Stelle weiterzumachen, das lehrt erst die Erfahrung. Da ist Kai Lentrodt schon ganz alter Schauspielhase.jj

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