Der Tagesspiegel : Der Weg zum Wild

Neue Karte mit Ausflugstipps für Freunde von Rehrücken und Hirschmedaillons

Claus-Dieter Steyer

Teltow - Jeder Deutsche verzehrt zwar pro Jahr im Schnitt 80 Kilogramm Fleisch. Doch ganze 800 Gramm davon entfallen auf Wild. Brandenburg als ein sehr wald-, ist aber auch ein sehr wildreiches Land und wirbt nun um dessen Konsum. Mit verschiedenen Aktionen sollen Besucher auf Wildgaststätten, Hofläden mit Wildfleischangeboten und andere Wildanbieter aufmerksam gemacht werden. Die herbstliche Landpartie ins Leben gerufen hat der Verband zur Förderung des ländlichen Raumes „Pro Agro“.

„Wir haben auf einer kostenlos zu beziehenden Landkarte erstmals Adressen von Wildanbietern in ganz Brandenburg zusammengestellt“, sagt Brigitte Hohnstädter von „Pro Agro“. „Dort finden sich nicht nur Lokale und Damwild-Direktvermarkter, sondern auch gute Adressen für einen Weihnachtsbrunch.“ Auch wer weniger Interesse an Wildfleisch hat, kann die Karte als Planer für einen Ausflug im Herbst nutzen. Verzeichnet sind auch Gaststätten mit Fisch- sowie Gänse-, Enten-, Puten- oder Straußenfleischangeboten – und Weihnachtsmärkte, auf denen oft auch Wild zu haben ist.

„Wildfleisch besitzt einen geringen Cholesteringehalt, weist wenig Fett auf und enthält viele Mineralstoffe“, schwärmt Agrarminister Dietmar Woidke (SPD). „Das war außerdem schon immer ein echtes Bio-Produkt, lange bevor die ökologische Landwirtschaft den Markt eroberte.“ Doch da es zu DDR-Zeiten kaum zu bekommen gewesen sei, könnten viele Menschen damit noch immer wenig anfangen.

Dabei gibt es in Brandenburg reichlich Wild. Im Jahr bringen die rund 12 500 Jäger etwa 67 000 Stück Rehwild zur Strecke. Bei Damwild sind es 12 300, bei Rotwild 8600 und bei Schwarzwild immerhin 43 000 Exemplare. „Gerade die Wildschweine haben sich in diesem Jahr sehr stark vermehrt“, sagt Bernd Möller, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes. Helfen könnten nur mehr Jäger. Allerdings fehle es hier am Nachwuchs. „Viele junge Leute scheuen sich vor der Jagdprüfung“, meint Möller. „Außerdem bedeutet Jagd vor allem Nachtarbeit. Das schreckt die Jugend ab.“

So soll die Brandenburger Herbstpartie auch für die Jägerei werben. Denn eine gesteigerte Nachfrage an Wildbret würde sicher auch die Jäger stärker motivieren. Claus-Dieter Steyer

Die Karte „Brandenburger Herbstpartie“ gibt es bei vielen Tourist-Informationen, im „Regio-Punkt“ im Bahnhof Berlin-Friedrichstraße und beim Verband „Pro Agro“, 14513 Teltow-Ruhlsdorf, Dorfstraße 10, Tel. 03328/33 7670, www.proagro.de. Die Zusendung der Karte ist kostenlos, es wird aber um eine Überweisung in Höhe von 3 Euro zum Ausgleich der Kosten gebeten.

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