Der Tagesspiegel : Der Wunschbaum von Kleinmachnow Auf ungewöhnliche Art hilft ein Ehepaar Berliner Schülern

Sandra Dassler

Der fast sieben Meter hohe Weihnachtsbaum ist auch von außen gut sichtbar. Er leuchtet durch die gläserne Fassade des Musterhauses der Firma Platz in Kleinmachnow. Tausend Euro hat der Baum schon eingebracht – Geld, das für das Jugend-Tanzprojekt der Bürgerstiftung Berlin dringend gebraucht wird. Vor allem Schulverweigerer sollen dadurch den Weg zurück zur Gemeinschaft und zu sich selbst finden.

Die Idee, dieses Projekt mit einem Wunschbaum zu unterstützen, stammt von Ute-Antje Stöwahse, die gemeinsam mit ihrem Mann Holger das Platz-Haus in Kleinmachnow betreut – sie als Verkaufsberaterin, er als Architekt. Ute-Antje Stöwahse hatte einen so genannten Giving Tree das erste Mal bei Berliner Rotariern gesehen. Die Übersetzung mit „Wunschbaum“ ist nicht ganz korrekt, denn der Baum lädt eher zum Schenken ein – in doppelter Hinsicht: Wer möchte, kann sich eine der stilvollen Glaskugeln, Herzen oder Zimtstangen pflücken. Und behalten, wenn er bereit ist, den Geldbetrag, der auf einem Röllchen an dem Schmuck hängt, zu bezahlen: 20, 50 oder auch 100 Euro können gespendet werden.

„Schön ist, dass jemand, der zu geben bereit ist, auch selbst etwas bekommt“, findet Ute-Antje Stöwahse, die an jedem Adventssonntag eine andere Veranstaltung organisierte, um Spendern ein besonderes Ambiente zu bieten: ein Konzert, eine Bildbandvorstellung, eine Körperperformance. Geschenke für 3000 Euro hingen anfangs am Baum, jetzt wartet noch gut die Hälfte davon auf einen Pflücker. „Leider haben wir zwischen den Feiertagen nicht geöffnet“, bedauert Ute-Antje Stöwahse, „aber der Baum wird bis zu unserem großen Neujahrsempfang am 5. Januar stehen bleiben. Dann wird er hoffentlich restlos geleert.“

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