Der Tagesspiegel : DER UR-GTI

WAS ER KONNTE

Der 110-PS-Motor war ein vorn liegender, quer eingebauter Vierzylinder mit mechanischer Einspritzung. Das Drehmoment betrug 140 Newtonmeter bei 5000 Umdrehungen/Minute. Das reichte, um den GTI 1 in 9,2 Sekunden von null auf hundert zu katapultieren. Der Verbrauch lag bei 8,0 Litern – Super, versteht sich. Die Ausstattung war für damalige Verhältnisse (1976!!) richtig modern. Sportsitze mit Kopfstützen, Halogen-Rundscheinwerfer, eine heizbare Heckscheibe mit Scheibenwischer und Automatik-Gurte. Zwei Farben standen zur Auswahl: diamantsilber-metallic und Marsrot. Der Preis: 13 850 DM.

WIE ER ENTSTAND

Der Ur-GTI ist das Produkt eines kleinen, verschworenen Zirkels um VW-Versuchsingenieur Alfons Löwenberg, Entwicklungschef Hermann Halblitzel und den damaligen Pressechef Anton Konrad. In Konrads Privatwohnung trifft sich die ambitionierte Clique 1973 erstmals bei Schnittchen und Bier, um dem neuen Volkssportler Leben einzuhauchen. Der erste Prototyp auf Scirocco- Basis war zu krawallig. Der zweite schafft dann den gewünschten Spagat zwischen Sportlichkeit und Komfort. Doch das erste Verdikt des Entwicklungsvorstands Ernst Fiala ist vernichtend: „Viel zu teuer, ihr seid verrückt!“ Doch die Wolfsburger Golf-Jünger lassen nicht locker und perfektionieren den Versuchsträger. Bei einer Präsentation im Frühjahr 1975 ist der gesamte Vorstand bekehrt und gibt grünes Licht – der Rest ist Geschichte. gomo

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