Deutsch-französische Machtkämpfe : Lagardère will an die Spitze von EADS

Der französische Großaktionär des Airbus-Mutterkonzerns EADS, Arnaud Lagardère, will nicht dauerhaft in der zweiten Reihe stehen. Nach 2012 strebt er selbst wieder an die Spitze des Konzerns. Damit dürfte dem Rüstungskonzern neuer Zwist ins Haus stehen.

ParisDer französische Medienunternehmer Arnaud Lagardère will bis zum Abschluss des Sanierungsprogramms "Power8" im Jahre 2010 Großaktionär des Airbus-Konzerns EADS bleiben. Er werde der französischen Regierung vorschlagen, als Sogeade-Präsident die französischen Interessen in EADS zu vertreten, sagte Lagardère der Wirtschaftszeitung "Les Echos". Die Sogeade bündelt die Anteile des französischen Staates und der Lagardère SCA an EADS.

Lagardère war im Zuge der Abschaffung der deutsch-französischen Doppelspitzen als Co-Präsident von EADS abgelöst worden, ist aber weiterhin Mitglied im Verwaltungsrat. Die alleinige Oberaufsicht hat jetzt der Deutsche Rüdiger Grube. "Wenn ich zum Ende des Mandates von Rüdiger Grube immer noch EADS-Aktionär bin, werde ich die EADS-Präsidentschaft für mich selbst oder für Philippe Camus übernehmen", sagte Lagardère. Dieser Posten müsse einem Privataktionär zufallen.

Ausstieg ist "nicht aktuell"

Die Laufzeit der Verträge solle Ende Oktober festgelegt werden, sagte Lagardère. "Man dürfte für neue Fünfjahresmandate optieren, die damit 2012 enden würden. Heute ist ein möglicher Ausstieg aus EADS absolut nicht aktuell. Wir halten derzeit noch 12,5 Prozent und wir haben nicht vor, unter 7,5 Prozent zu gehen." Er halte es für seine Aktionärspflicht, "das Unternehmen mindestens bis zum Ende seines Umstrukturierungsplans zu begleiten, der bis 2010 läuft".

Als Fehler bezeichnete Lagardère die Erwägungen zur Fusion des französischen Rüstungselektronikers Thales mit dem Triebwerk- und Elektronikanbieter Safran. Die Schaffung eines solchen französischen Rüstungskonzerns ginge auf Kosten von EADS und eines Europas der Verteidigung, sagte er. (mit dpa)