Der Tagesspiegel : Deutsche Bahn AG: Gibtner auf dem Karrieregleis

Claus-Dieter Steyer

Der neue Chef der Deutschen Bahn AG in Brandenburg ist in Fachkreisen ein alter Bekannter. Horst Gibtner war letzter DDR-Verkehrsminister im Kabinett Lothar de Maizière und zwischen 1990 und 1994 Mitglied des Bundestages. Seit November 1997 arbeitet der 60-Jährige als Konzernbeauftragter der Deutschen Bahn in Mecklenburg-Vorpommern. Diese Funktion übt er seit zwei Wochen in Personalunion auch für Brandenburg aus. Sein Vorgänger Hans Leister wechselte zur privaten Konkurrenz Connex, einem Tochterunternehmen des französischen Vivendi-Konzerns.

Er sei von der neuen Aufgabe ziemlich überrascht worden, sagte Gibtner in Potsdam. Aber er kenne sich im Brandenburger Regionalverkehr als "Eisenbahner mit Leib und Seele" gut aus. Seit seinem Studienabschluss an der Hochschule für Verkehrswesen in Dresden vor 29 Jahren lebt er in Berlin. Dennoch sei es schon ein gewisser Spagat, das Eisenbahnwesen zwischen der Ostsee und der Lausitz sowie zwischen Elbe und Oder in den Griff zu bekommen. Er richte sich darauf ein, dass er längere Zeit zwischen Schwerin, Berlin und Potsdam hin- und herpendeln müsse, meinte Gibtner.

Das Bahnfahren in der Region sei nach seinen Worten noch nicht attraktiv genug. "Wir brauchen schnellere Strecken, damit wir wirklich als eine Alternative zum Auto gelten", sagte er. Außerdem müsse der Fahrzeugpark - Waggons und Lokomotiven - modernisiert werden. Vor allem die Intercity-Züge seien stark veraltet. Ebenso lasse die Freundlichkeit des Personals mitunter zu wünschen übrig.

Als Konzernbeauftragter will Gibtner das Erscheinungsbild der Bahn nach außen deutlich verbessern. Der Slogan "Wir sind die Bahn" müsse wieder überall zu hören sein.

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