Der Tagesspiegel : Deutsche Bahn: Drei Mann in einem Zug

Klaus Kurpjuweit

Wenn die Züge schon nicht voll werden, weil Fahrgäste einfach nicht in großer Zahl kommen wollen, schafft die Not leidende Bahn selbst Abhilfe: Gleich bis zu drei Mitarbeiter lässt sie in den Zügen zwischen Neuruppin und Wittstock mitfahren, die natürlich alle unterschiedliche Aufgaben haben. Einer muss den Triebwagen fahren, klar. Ein Zweiter ist meist als Schaffner dabei, um die Fahrkarten der wenigen Mitfahrer zu kontrollieren. Aber nicht immer steigt er ein. Und deshalb ist stets ein Dritter an Bord, der an einem Bahnübergang vor Wittstock aussteigen und den Autoverkehr dort durch das Winken einer roten Fahne vor dem Zug warnen muss. Mehr hat er auf der ganzen Fahrt nicht zu tun.

Am einfachsten wäre es natürlich, dort eine Schrankenanlage zu installieren. Das hat man auch vor, aber erst, wenn die Strecke für den "Prignitz-Express" weiter ausgebaut werden wird. Das kann durchaus noch ein paar Jahre dauern. Der Übergang müsse aber zusätzlich gesichert werden, weil der Autoverkehr dort erheblich zugenommen habe, sagt Bahnsprecher Achim Stauß. Dem Schaffner könne man das Winken nicht übertragen, weil nicht jeder Zug mit einem Schaffner besetzt sei. Das entscheide sich oft erst kurzfristig. Deshalb ist der Winker stets an Bord - mit und ohne Schaffner.

Da sage doch keiner mehr, bei der Bahn gebe es zu viele Mitarbeiter. Hier wird nämlich jeder gebraucht.

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