Deutscher Filmpreis : Fatih Akin räumt ab

Wieder ein Triumph für Fatih Akin: Mit "Auf der anderen Seite" hat der 34 Jahre alte Regisseur nach 2004 erneut den Deutschen Filmpreis in Gold gewonnen. Beste Schauspieler sind Nina Hoss und Elmar Wepper.

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Gewinner des Abends: Fatih Akin -Foto: dpa

BerlinDer Film "Auf der anderen Seite" von Fatih Akin ist der Gewinner der diesjährigen Verleihung des Deutschen Filmpreises. Die deutsche Filmakademie zeichnete die deutsch-türkische Liebes- und Familiengeschichte mit vier "Lolas" aus. Der Streifen gewann in den Kategorien "Bester Spielfilm", "Beste Regie", "Bestes Drehbuch" und "Bester Schnitt". Er war insgesamt fünfmal nominiert gewesen.

Als beste Darsteller wurden Nina Hoss als "Yella" und Elmar Wepper seine Rolle als trauernder Witwer Rudi in "Kirschblüten - Hanami" ausgezeichnet. Der mit sechs Nominierungen als Favorit ins Rennen um die "Lolas" gegangene Doris-Dörrie-Film "Kirschblüten - Hanami" gewann neben dem Preis für die beste männliche Hauptrolle auch eine Auszeichnung für das beste Kostümbild und die "Lola in Silber" in der Kategorie "Bester Film".

Bester Dokumentarfilm wurde "Prinzessinnenbad" von Regisseurin Bettina Blümner über drei 15-jährige Freundinnen aus Berlin-Kreuzberg. Als bester Kinder- und Jugendfilm gewann "Leroy" von Armin Völckers. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) warb bei der Gala für den Besuch von Kinos. "Dort Filme zu schauen, ist ein Gemeinschaftserlebnis und zugleich eine höchst individuelle Erfahrung, sozusagen ein kollektiver Traum. Deshalb sind für mich Kino und Kinofilm besondere Kulturgüter, die es zu erhalten gilt und die durch das Fernsehen nicht ersetzt werden können!" Nach dem Sinken der Besucherzahlen im Jahr 2007 seien die Zahlen im ersten Quartal diesen Jahres wieder beachtlich gewesen. Einen großen Anteil daran habe auch der deutsche Film, der mit dem Oscar für die deutsch-österreichische Koproduktion "Die Fälscher" und der Nominierung von zwei Filmen in Cannes "einen großartigen Start" ins Jahr gehabt habe.

Neumann sagte weiter, die Aufmerksamkeit für den Deutschen Filmpreis sei so groß wie nie. Ein Grund dafür sei auch das erst vor wenigen Jahren eingeführte Verfahren, nach dem die über tausend Mitglieder der Deutschen Filmakademie (DFA) die Entscheidung über die Lolas treffen. Repräsentativer gehe es kaum. Neumann zeigte sich besonders erfreut über die wachsende Beachtung von Dokumentarfilmen durch die Kinoöffentlichkeit. Die Lola ist mit insgesamt knapp drei Millionen Euro Preisgeldern der höchst dotierte deutsche Kulturpreis. Bereits für die Nominierungen gibt es Prämien von bis zu 250.000 Euro je Film. Die Nominierungsprämien werden mit den Preisgeldern verrechnet. (ps/AFP)