Der Tagesspiegel : Deutschland feiert zu Füßen der Glücksgöttin

Potsdam richtet am Sonntag und Montag das zentrale Fest zum Tag der Einheit aus. 13 Bühnen und 400 Stände sind dafür aufgebaut

Claus-Dieter Steyer

Potsdam - Am Sonntag und Montag wird Potsdam zur Metropole. Denn zu den zentralen Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit erwarten die Veranstalter im Zentrum der Stadt rund 300000 Besucher. Unter dem Motto „Deutschland zu Gast in Brandenburg – Willkommen in Potsdam“ stellen sich alle Bundesländer mit Informationsständen, Kulturprogrammen, kulinarischen Offerten und vielen Überraschungen vor. Die Brandenburger Tourismusverbände werben für Besuche in den Regionen zwischen Prignitz und Niederlausitz. Brandenburg führt derzeit den Vorsitz im Bundesrat und richtet deshalb das Fest aus.

Offiziell beginnen die Feiern schon am heutigen Sonnabend mit einem Konzert in der Nikolaikirche. Der Dresdner Kreuzchor tritt nach dem Vortrag des luxemburgischen Premierministers Jean-Claude Juncker auf. Der eigentliche Festakt zum Einheitsfest findet am Montag in der Caligari-Halle im Filmpark Babelsberg statt. Hier spricht Bundespräsident Horst Köhler. Symbolisch wird an diesem Tag auch mit einer Pflanzaktion die Wiederherstellung des so genannten Kirschquartiers vor den Neuen Kammern im Park Sanssouci begonnen. Nach einem Plan von 1772 bringen prominente Politiker und Künstler die ersten Bäume in die Erde. Eingeladen wurden vom Verein „Werkstatt Deutschland“ Helmut Kohl und Michail Gorbatschow, die Staatspräsidenten von Afghanistan und Tansania, Hamid Karsai und William Mkana, der Internet-Erfinder Sir Timothy Berners-Lee, die Schauspielerin Maria Furtwängler und die Rockmusiker Jon Lord (Deep Purple) und Eric Burdon (The Animals).

Das ganze Potsdamer Zentrum verwandelt sich am 2. und 3. Oktober in eine bunte Festmeile. Unterhaltung wird auf 13 Bühnen und an rund 400 Ständen geboten. In der großen Zeltstadt der „Ländermeile“ will sich Rheinland- Pfalz als Weinland präsentieren, Baden-Württemberg macht auf seine vielen Museen aufmerksam, Sachsen stellt die Porzellanmanufaktur Meißen vor. Auch die anderen Bundesländer werden mit Spezialitäten vertreten sein. Zelte der Bundesregierung und zahlreicher europäischer Regionen sind im Lustgarten zu finden.

Die Brandenburger Aussteller konzentrieren sich auf den historischen Stadtkanal entlang der Yorckstraße. Der Kanal wird erstmals geflutet; hier soll es unter anderem ein Kanu-Rennen geben. Brandenburgs Handwerk präsentiert sich am Filmmuseum. Zum 20-jährigen Jubiläum der Fernsehserie „Lindenstraße“ kochen deren Schauspieler vor Publikum; Besucher können sich in einer Originaldekoration Autogramme holen. Das Zentrum für die Kinderprogramme ist die Freundschaftsinsel in der Nähe des Hauptbahnhofes. Ein Zirkus lädt zum Mitmachen ein. Reinhard Lakomy zeigt die Jubiläumsshow „25 Jahre Traumzauberbaum“. Der Olympiastützpunkt Potsdam lädt zu Wettkämpfen ein; im Bereich „Deutschland bewegt sich“ sind Kletterwände, Hochseilgärten und Skaterstrecken eingerichtet.

Die beste Aussicht auf den Trubel bietet das Fortunaportal auf dem neu gestalteten Alten Markt. Zwischen 9 und 19 Uhr können Gäste am Sonntag und Montag dort emporsteigen und sich ein Bild von den Dimensionen des Bauplatzes für das künftige Landtagsgebäude machen. In dieser Zeit ist auch die Ausstellung „Potsdamer Mitte – Lust auf mehr…“ geöffnet.

Das zentrale Festgebiet erstreckt sich vom Hauptbahnhof über die Breite Straße bis zur Schopenhauerstraße und von der Friedrich-Ebert-Straße über die Yorckstraße bis zur Dortustraße. Die Potsdamer Geschäftsleute dürfen ihre Läden am 2. Oktober von 11 bis 24 Uhr und am 3. Oktober von 11 bis 20 Uhr öffnen. Die gesamte Innenstadt und die Lange Brücke ist für den Autoverkehr gesperrt. Besucher sollten deshalb nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Potsdam kommen – aus Berlin am besten mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof.

Das Festprogramm im Internet:

www.potsdam.de

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