Der Tagesspiegel : Deutschland steht vor Bildungsstreik

Schüler und Studenten kündigen Proteste an

Schüler und Studenten sollen im Juni gemeinsam für ein besseres Bildungssystem „streiken“. In Berlin kündigten die Organisatoren des „Bildungsstreiks“ jetzt bundesweite Demonstrationen, Blockaden und Besetzungen an. Demonstriert werden soll für die Abschaffung von Studiengebühren und des Bachelor-MasterSystems in der gegenwärtigen Form, für kleinere Schulklassen und für Lehrmittelfreiheit. Das Argument, dass der Staat dafür nicht genug Geld habe, lassen die Veranstalter nicht gelten: „Wenn Milliarden für die Rettung von Banken ausgegeben werden, muss das auch im Bildungsbereich möglich sein“, sagte ein Sprecher.

Bündnisse aus rund 40 Städten sind nach Angaben der Organisatoren am „Bildungsstreik 2009“ beteiligt. Mehr als 150 Vertreter formulierten nun an der Technischen Universität Berlin ihre Forderungen. Zu diesen gehören auch die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems und des verkürzten Abiturs (G8). An den Hochschulen sollen prekäre Beschäftigungsverhältnisse beendet und durch den Ausbau von Studienplätzen Zulassungsbeschränkungen abgebaut werden. Statt der Exzellenzinitiative für die Unis solle „die Einheit von Forschung und Lehre“ verteidigt werden.

Schon 2008 gingen zehntausende Schüler auf die Straßen. Dagegen ist es den Studentenvertretern in den vergangenen Jahren kaum noch gelungen, Massen zu mobilisieren. Konrad Riedel, Student an der Freien Universität und Mitorganisator des „Bildungsstreiks“, gibt sich zuversichtlich, dass es diesmal gelingen wird: Der Leidensdruck wachse, da viele Studierende nun ihren Bachelor erlangten und sich bislang vergeblich um einen Masterplatz bewürben. Zentrale Ziele der Umstellung auf Bachelor und Master wie die Senkung der Abbrecherquoten seien verfehlt worden. Auch die Mobilität zwischen den Hochschulen habe sich nicht verbessert. Günter Bartsch

Weitere Informationen im Internet:

www.bildungsstreik2009.de

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