Deutschland : "Systematische Ausgrenzung behinderter Menschen"

Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung fordert im Tagesspiegel-Gespräch mehr Integration.

BerlinDie Behindertenbeauftragte Karin Evers-Meyer (SPD) hat eine "systematische Ausgrenzung behinderter Menschen in Deutschland" beklagt. Diese Ausgrenzung ziehe "mangelnde Kenntnis und Unsicherheit im Umgang mit behinderten Menschen" nach sich, schreibt Evers-Meyer in einem Beitrag für den Tagesspiegel. "Mit Erreichen des Schulalters beginnt für viele Menschen mit Behinderung das Leben in einer Parallelwelt: Förderschule, Heim und Werkstatt sind ein scheinbar in Stein gemeißelter Weg für viele behinderte Menschen", erklärt die Bundestagsabgeordnete. So würden in Deutschland lediglich zwölf Prozent der behinderten Kinder gemeinsam mit nicht behinderten in eine Schule gehen. Damit liege Deutschland weit unter dem europäischen Durchschnitt.

"Solange wir nicht mehr Integration wagen, wird sich die (Beschäftigungs-)Situation behinderter Menschen nicht grundlegend ändern", betont die SPD-Politikerin. Gebraucht würden mehr schulische Integration, mehr ambulante Wohnformen mitten in der Gemeinde und klare Alternativen zur Beschäftigung in Werkstätten für behinderte Menschen. (Tsp)

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