DFB-Pokal : Favoriten geben sich kaum Blöße

Diese erste Runde des DFB-Pokales hatte wenig zu bieten. Spielerisch wurde ergebnisorientiert geackert. Doch am Ende gabe es dann doch noch eine Überraschung.

Morten Ritter[dpa]
DFB-Pokal
Der Auer Thomas Paulus jubelt nach seinem Elfmetertreffer zum 0:1 Sieg gegen St. Pauli. -Foto: dpa

DüsseldorfZum Auftakt in die neue Fußball-Saison zeigten die Favoriten kaum Schwächen, in der ersten Runde des DFB-Pokals gab es für die Außenseiter wenig zu holen. Lediglich die Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern, SpVgg Greuther Fürth, FC St. Pauli und TuS Koblenz mussten sich unterklassigen Clubs beugen, die Erstligisten zogen hingegen mehr oder weniger souverän in die zweite Runde ein.

Bayer Leverkusen und der VfL Bochum mussten aber lange zittern. Bayer siegte erst in der Verlängerung bei Zweitliga-Aufsteiger Rot-Weiss Oberhausen und Bochum 6:5 im Elfmeterschießen bei Preußen Münster. Dagegen feierten Borussia Mönchengladbach beim 8:1 gegen Fichte Bielefeld und Werder Bremen beim 9:3 gegen Eintracht Nordhorn Kantersiege.

Glanzlosigkeit im Spiel überwiegt

Matchwinner der Leverkusener war Neuzugang Patrick Helmes, der mit seinem ersten Pflichtspieltor in der 111. Minute für die Entscheidung sorgte. Bei Bochum glänzte Torwart Daniel Fernandes, der gleich zwei Elfmeter parierte. "Ich finde es gut, dass meine Spieler 120 Minuten gehen und sich überwinden mussten. Jeder weiß jetzt, woran er noch arbeiten muss", befand VfL-Coach Marcel Koller nach dem knappen Sieg gegen den Viertligisten. Dank Mahir Saglik erreichte auch der VfL Wolfsburg glanzlos die nächste Runde. Beim 3:0-Sieg gegen den Viertligisten 1. FC Heidenheim traf der Neuzugang zweimal. "Ich hätte mir gewünscht, dass wir hier einen besseren Auftritt haben", kritisierte Wolfsburgs Trainer Felix Magath.

Arminia Bielefeld wusste beim 2:1-Erfolg gegen Fünftligist ASV Durlach genauso wenig zu überzeugen, wie die TSG Hoffenheim beim Chemnitzer FC (1:0). Auch für Borussia Dortmund und Neu-Trainer Jürgen Klopp war der erste Pflichtspielsieg kein Spaziergang. Beim 3:1 im Revier-Derby bei Rot-Weiss Essen fiel die Entscheidung erst in der letzten halben Stunde. "Nicht alles war perfekt, aber das finde ich zu diesem Zeitpunkt nicht schlimm", sagte Klopp.

HSV fehlen die Qualitäten von Rafael van der Vaart

Der HSV konnte im ersten Spiel ohne Rafael van der Vaart eine Blamage abwenden und zog mit einem mühsamen 3:1 bei Zweitliga-Aufsteiger FC Ingolstadt in die 2. Runde ein. Neu-Trainer Martin Jol gab zu, dass es ohne den zu Real Madrid transferierten van der Vaart schwierig wird. "Seine Qualitäten fehlen uns jetzt", sagte der Coach. Ivica Olic drehte die Partie nach 0:1-Rückstand mit zwei Treffern, Paolo Guerrero traf zum 3:1.

Die kaum zu bremsenden Torjäger Markus Rosenberg (4 Treffer) und Hugo Almeida (3) bescherten Werder Bremen bei Eintracht Nordhorn einen 9:3-Kantersieg. Auch Borussia Mönchengladbach kam durch drei Tore von Marko Marin zum ungefährdeten 8:1-Sieg beim Siebtligisten VfB Fichte Bielefeld. Für den Landesligisten war es dennoch eine tolle Erfahrung. "Wir haben uns wacker geschlagen, sind zufrieden und haben Spaß gehabt", sagte Bielefelds Spielertrainer Mark Sawkill.

Erzgebirge Aue schießt St. Pauli ins Aus

Problemlos kamen der VfB Stuttgart (5:0 bei Hansa Lüneburg), FC Schalke 04 (3:0 beim FC Homburg), Eintracht Frankfurt (3:0 beim SC Pfullendorf), Hertha BSC (3:1 bei Eintracht Trier) und der Karlsruher SC (5:0 bei der SpVgg Ansbach) weiter. Überschattet von Ausschreitungen wurde das Spiel von Hannover 96 beim Halleschen FC (5:0). Nach einem Handgemenge im Gäste-Fanblock unterbrach Schiedsrichter Lutz Wagner die Partie. Wegen sintflutartiger Regenfälle musste das Spiel SpVgg Unterhaching - SC Freiburg (0:2) mehr als eine Stunde unterbrochen werden.

Für Überraschungen sorgten Viertligist FC Oberneuland mit einem 5:4 im Elfmneterschießen gegen die TuS Koblenz, Zweitliga-Absteiger FC Carl Zeiss Jena mit dem 2:1 über den 1. FC Kaiserslautern und Drittligist Erzgebirge Aue mit dem 5:4 im Elfmeterschießen über den FC St. Pauli. "Das war ein Meilenstein. Dieser Erfolg ist gar nicht hoch genug zu bewerten", betonte Aues Präsident Uwe Leonhardt. Auch Zweitliga-Absteiger Kickers Offenbach zog durch ein 1:0 über Fürth in Runde 2 ein. Im Zweitliga-Duell setzte sich FSV Frankfurt mit 2:0 gegen VfL Osnabrück durch.