DHB-Sieg : Hockey-Herren gewinnen EM-Generalprobe

Nach hartem Kampf gegen England und Spanien haben die deutschen Hockey-Herren das Hamburg Masters gewonnen.

Max-Morten Bergmann[dpa]

HamburgDie deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Herren hat sich mit einem 4:1 (0:1)-Sieg über Spanien den Titel beim Hamburg Masters gesichert und Selbstvertrauen für die kommende Europameisterschaft getankt. Die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise zeigte nach zerfahrener erster Halbzeit eine deutliche Leistungssteigerung und siegte am Ende verdient. Sebastian Biederlack (45.), Philip Witte (53.), Christopher Zeller (59.) und Moritz Fürste (65.) trafen für den Weltmeister. Eduard Arbós hatte Europameister Spanien in der 30. Minute in Führung gebracht. Das Hamburg Masters war die Generalprobe für die am 19. August in Manchester beginnende Europameisterschaft.

Der wahre Härtetest war schon am Samstag zu bestehen. Der Gegner: die eigene Psyche. Als die Deutschen im zweiten Spiel gegen EM-Gastgeber England 15 Minuten vor dem Abpfiff trotz Feld- und Chancenüberlegenheit mit 2:3 zurücklagen, war der Charakter des jungen und doch so erfolgreichen Teams gefordert. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung bestand der Weltmeister den Test, bog die Partie noch um und legte damit den Grundstein für den Turniersieg.

Weise: "Die Aufholjagd war psychologisch wichtig"

Mehrfach hatte Bundestrainer Markus Weise betont, Ergebnisse würden bei der Generalprobe für die EM keine Rolle spielen, der Sieg gegen England war aber auch für ihn bedeutsam. "Die Aufholjagd war psychologisch wichtig, so ein Szenario wird auch bei der EM wieder auf uns zukommen", sagte er. In Manchester geht es nicht nur um den Kontinentaltitel, wichtiger ist die Olympia-Qualifikation für Peking. Nur die ersten drei Mannschaften haben das Ticket sicher. Dann wartet neben Tschechien und Belgien, dem die DHB-Auswahl am Donnerstag mit 6:0 (5:0) seinen Grenzen aufgezeigt hatte, auch wieder England als Gruppengegner.

Seinen EM-Kader hatte Weise schon vor dem Hamburg Masters benannt, anders als sein Vorgänger Bernhard Peters, der die Generalprobe gerne als letzten Nominierungstermin nutzte. "Es hätte keinen Sinn gemacht, noch zu warten. Wir hätten keine neuen Erkenntnisse gewonnen", begründet Weise seine Entscheidung. Speziell die jungen Spieler dankten es ihm mit guten Leistungen. So überzeugte Tobias Hauke (19) ebenso wie Maximilian Müller (20) als Außenverteidiger. Auch Philip Witte (23), der wie Goalgetter Christopher Zeller drei Tore zum Turniersieg beisteuerte, empfahl sich für höhere Aufgaben. Im Vorjahr war Witte nach dem Masters noch als letzter Spieler aus dem WM-Kader gestrichen worden.