Der Tagesspiegel : Die K-Frage: Märkische CDU-Basis für Kanzlerkandidaten Stoiber

Michael Mara

Selbst in Ostdeutschland verliert die CDU-Vorsitzende Angela Merkel in Bezug auf die Kanzlerkandidatur an Rückhalt: In Brandenburgs CDU favorisiert inzwischen offenbar eine Mehrheit den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Edmund Stoiber als Herausforderer von Kanzler Gerhard Schröder, obwohl sich die Parteispitze selbst nicht festgelegt hat und öffentlich nicht äußert.

Parteichef und Innenminister Jörg Schönbohm, der auch Mitglied des CDU-Bundespräsidiums ist, sagte dem Tagesspiegel am Donnerstag, man habe die Parteimitglieder nicht befragt. Auch sei über die K-Frage im Landesvorstand nicht abgestimmt worden. Er glaube, dass es tendenziell eine leichte Mehrheit für Stoiber gebe. Diese Ansicht vertrat auch Fraktionschefin Beate Blechinger. Sie gehe von einer leichten Tendenz zugunsten Stoibers aus, sagte die CDU-Politikerin zum aktuellen Stimmungsbild. In der Landtagsfraktion seien die Meinungen gespalten. Sowohl Schönbohm als auch Blechinger verwiesen darauf, dass viele Christdemokraten Stoiber aufgrund seiner Erfahrungen eher zutrauten, die wirtschaftlichen Probleme der Bundesrepublik vor dem Hintergrund der Rezession zu lösen. Andere zögen jedoch lieber eine Ost-Frau als Kanzlerkandidatin vor. Blechinger sagte, man müsse prüfen, wer die größeren Siegeschancen habe. In jedem Fall dürfe keiner der beiden beschädigt werden, da für den Wahlkampf das Duo gebraucht werde. Vize-Parteichef Sven Petke sagte, dies sei auch der Wunsch der Basis. Mit Blick auf den Vorstoß der kleinen Schwesterpartei, die Stoibers Kandidatur anmeldete, sagte Petke, die CDU sollte als größere Partei mit Selbstbewusstsein in die Debatte gehen: "Wir haben das Erstzugriffsrecht."

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