Der Tagesspiegel : Die Oder verschwindet unter einer dicken Eisschicht

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Kienitz - Der starke Frost hat die Oder auf einer Länge von rund 50 Kilometern unter einer dicken Eisschicht verschwinden lassen. Zwischen Schwedt und kurz vor Kienitz, 80 Kilometer nordöstlich Berlins gelegen, ist der Fluss fast nicht mehr sichtbar. Da der Strom unter dem Panzer das Wasser nach oben drückt, bricht immer wieder das Eis. Dann bilden sich Barrieren, an denen das Wasser die Deiche überflutet. Das Landesumweltamt rief daher für diesen Abschnitt am Wochenende die Hochwasseralarmstufe 1 aus – die niedrigste von vier Stufen. Hier stieg der Pegel von etwas mehr als drei Metern am Mittwoch auf 4,67 Meter am gestrigen Nachmittag an. Das Wasser staut sich an dicken Eisbarrieren.

Der Normalwert liegt in Kienitz bei 2,95 Metern. Weiter stromaufwärts bedecken große Schollen den Strom. Sie bewegen sich langsam auf den weiter nördlich befindlichen Eispanzer zu und lassen ihn weiter wachsen. Zusätzlich verstärkt das sich am Grund bildende Eis die Barriere. Es schwimmt nach einer gewissen Zeit nach oben und verbindet sich mit dem Eis an der Oberfläche. In der Nähe von Hohensaaten drang das Wasser schon über die Deiche. Eine Straße musste gesperrt werden. Allerdings besteht keine Gefahr für Häuser, da sie sich weit genug vom Ufer entfernt befinden.

Die Wasserschutzpolizei warnte vor dem Betreten der überschwemmten Wiesen. „Zwischen den Eismassen können sich gefährliche Hohlräume bilden, die Spaziergängern und Schlittschuhläufern zum Verhängnis werden können“, sagte ein Polizeisprecher. Eisbrecher kommen auf der Oder erst bei Tauwetter zum Einsatz. Auch auf den Fließen des Spreewaldes reicht die Eisdicke noch nicht aus, um Schlittschuhläufer sicher tragen zu können. Gestern tummelten sich Hunderte Ausflügler zwischen Lübbenau, Lehde und Leipe. Auf zugefrorenen Wiesen bestand zumindest nicht die Gefahr zu ertrinken, stand das Wasser vor der Frostperiode hier doch nur kniehoch. Ste.

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