Die rastlose Managerin : Sabine Kunst wird neue Kultusministerin

Sabine Kunst wurden schon immer Ambitionen nachgesagt. Nun hat es die Präsidentin der Uni Potsdam endlich geschafft und wird neue Wissenschaftsministerin des Landes.

Jan Kixmüller

Seit Sommer 2010 steht die 56-jährige parteilose Wissenschaftlerin auch ehrenamtlich an der Spitze des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Sabine Kunst schätzt den Stillstand nicht, sondern sucht immer neue Herausforderungen. Immer dann, wenn sie eine neue Aufgabe übernimmt, wirkt sie am stärksten. Im Herbst vergangenen Jahres war die Managerin der größten Hochschule des Landes gar für die Wahl zur Rektorin der Universität Leipzig nominiert, fiel dann aber völlig unerwartet durch. Doch ihre Person blieb von der Leipziger Episode unbeschädigt. Vielmehr bewies sie wieder einmal, dass sie sich so schnell nicht unterkriegen lässt.

Am Tag ihrer Niederlage in Leipzig wurde bekannt, dass sie zur Hochschulmanagerin des Jahres 2010 gekürt worden war, was ihren Ruf weit über Potsdam hinaus beweist. Sabine Kunst gab sich auch nie mit der Kompetenz auf einem Fachgebiet zufrieden. Die dreifache Mutter promovierte nacheinander in Umweltbiotechnologie und Politikwissenschaft, und habilitierte sich 1990 als Expertin für Wasser- und Abwasserbiologie. Nach der Ernennung wird sich nun zeigen, wie viel Spielraum die neue Ministerin bei den angedrohten Kürzungen des Wissenschaftsetats um 27 Millionen Euro noch hat – zumal nicht nur die Wissenschaft und Forschung sondern auch die Kultur in ihr neues Ressort fallen. Aber so wie man Sabine Kunst bislang kennt, können sich ihre neuen Ministerkollegen für die Verhandlungen schon einmal warm anziehen.

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