Der Tagesspiegel : Die Staatsanwältin und der "Romeo-Gangster"

Der Prozess gegen eine wegen Hilfe für einen Schwerverbrecher angeklagte Staatsanwältin wird an diesem Montag fortgesetzt. In den Zeugenstand werden mehrere Richter gerufen. Die 50-jährige vom Dienst suspendierte Angeklagte soll aus Liebe zu einem Bankräuber versucht haben, durch falsche Aussagen eine mildere Strafe für den "Romeo-Gangster" zu erreichen. Sie hatte am ersten Verhandlungstag am Donnerstag ihre Unschuld beteuert.

Die Richter, die an diesem Montag als Zeugen geladen sind, haben im vergangenen Jahr den Prozess gegen den Mann geführt. Laut Staatsanwaltschaft hatte die Angeklagte damals unter anderem vor Gericht wahrheitswidrig ausgesagt, dass dieser vor einer Vernehmung nach eigenem Bekunden Heroin konsumiert hatte - was der Mann jedoch nicht bestätigte. Die Frau wollte laut Anklage erreichen, dass der Mann als vermindert schuldfähig gilt. Die Richter waren jedoch von voller Schuldfähigkeit ausgegangen und verurteilten den Räuber im November 2000 zu 13 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

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