Der Tagesspiegel : Diebstahl: Morgens war die Planierraupe verschwunden

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Ein ungewöhnlich dreister Dieb griff in der Nacht zum vergangenen Mittwoch auf einer Autobahnbaustelle an der A 13 bei Motzen (Dahme-Spreewald) zu: Er nahm eine 18 Tonnen schwere Planierraupe im Wert von 750 000 Mark mit. Bauleute hatten den Diebstahl bei Arbeitsbeginn am nächsten Morgen bemerkt und die Polizei verständigt. Diese löste sofort eine Fahndung aus, bei der sie auch einen Hubschrauber einsetzte. Mit Erfolg: Keine zwei Stunden später entdeckten Beamte die Planierraupe in Groß Kreutz westlich von Potsdam, also rund 60 Kilometer vom Ort des Diebstahls entfernt. In der Nähe parkte ein Tieflader, mit dem die schwergewichtige Beute offenbar transportiert worden war. Als Tatverdächtiger wurde ein 34-Jähriger aus dem Landkreis Potsdam Mittelmark festgenommen. Mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen wollte sich die Polizei bisher weder zu möglichen Komplizen noch zum Motiv des Mannes äußern.

Diebstähle von Baustellen sind zwar selten so spektakulär, passieren aber fast täglich. Das Polizeipräsidium Frankfurt (Oder) hat im ersten Halbjahr 152 solche Vorfälle registriert; im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es sogar 224. Bei rund drei Viertel der Taten handelte es sich um "besonders schwere Fälle", in denen die Beute also nicht griffbereit herumstand oder -lag, sondern gesichert war. Mitgenommen wird praktisch alles vom Zementsack bis zum Bagger. Die Aufklärungsquote lag bei mageren 24 Prozent, so dass die Polizei bisher auch relativ wenig über das Schicksal geklauter Baumaschinen weiß. Zwar sei "schon einiges auf polnischen Märkten sichergestellt worden". Auch Holland sei ein beliebter Umschlagplatz für Minibagger und Radlader. "Aber oft wissen wir wirklich nicht, wo die Dinger bleiben", sagt eine Polizeisprecherin. Von 45 ermittelten Tatverdächtigen waren 41 deutsche Staatsbürger. Ihre Motive reichen von Eigenbedarf über Weiterverkauf bis zu Streitigkeiten zwischen konkurrierenden Baufirmen oder Versicherungsbetrug.

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