Dignitas : Politik und Kirche machen Front gegen Schweizer Sterbehelfer

Die massive Kritik an der Schweizer Sterbehilfe-Organisation Dignitas hält an. Bischof Wolfgang Huber sieht in deren Plänen, in Deutschland Präzedenzfälle zu schaffen, einen gezielten Rechtsbruch.

Hannover/Berlin "Hier wird versucht, das Verbot der Tötung auf Verlangen aufzuweichen, das ist inakzeptabel", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Der Plan von Dignitas verstoße gegen deutsches Recht wie auch gegen die ärztliche Standesethik.

Die große Koalition will mit scharfen Gegenmaßnahmen auf den Plan der Sterbehilfe-Organisation reagieren. "Wir werden das Treiben von Dignitas in Deutschland beenden", kündigte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, an. Die Rechtslage sei dafür völlig ausreichend. "Mit dem Tode von schwerkranken Menschen treibt man keine Geschäfte. Ich erwarte, dass die zuständigen Behörden Dignitas das Handwerk legen", sagte Wiefelspütz der "Rheinischen Post".

Aktive und gewerbsmäßige Sterbehilfe sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Wiefelspütz: "Wenn Dignitas es hier darauf ankommen lässt, dann werden wir diese Herausforderung annehmen." Auch der CDU-Gesundheitspolitiker Hubert Hüppe forderte: "Man muss da knallhart durchgreifen." Wenn Dignitas tatsächlich ein Tötungsdelikt vorbereite, müssten die Sicherheitsbehörden schon präventiv eingreifen. Hüppe forderte, jetzt alle juristischen Schritte für ein Verbot von Dignitas zu prüfen. (mit dpa)