Diplomatische Verstimmung : China sagt wegen Dalai-Lama-Empfangs Treffen ab

Der Ärger wegen des Treffens von Kanzlerin Merkel mit dem Dalai Lama ist in China noch nicht verraucht. Peking sagte jetzt den Menschenrechtsdialog von deutschen und chinesischen Spitzendiplomaten ab.

Berlin Die für Dezember geplante Gesprächsrunde, bei der es in Peking um Menschenrechte gehen sollte, wurde ersatzlos gestrichen, berichtete der "Spiegel". Die Absage sei von China ausdrücklich damit begründet worden, dass das geistliche Oberhaupt der Tibeter erstmals im Kanzleramt zu Gast war, berichtet das Magazin. Das Auswärtige Amt bestätigte heute die Absage, wollte sich zu den Gründen aber nicht äußern.

Die Begegnung zwischen Merkel und dem Dalai Lama vor drei Wochen hatte für eine erhebliche Belastung der Beziehungen gesorgt. China bezeichnete die Begegnung als "schwere Einmischung in die inneren Angelegenheiten" der Volksrepublik und sagte einen Termin mit Bundesjustizministerin Brigitte Zypries ab. Auch ein Treffen der beiden Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Yang Jiechi galt lange Zeit als fraglich, kam dann aber doch noch zustande.

Das geplante Treffen in Peking sollte zum sogenannten Menschenrechtsdialog zwischen Deutschland und China gehören, der normalerweise einmal pro Jahr stattfindet. Dabei sollten hohe deutsche Diplomaten unter anderem eine Liste mit konkreten Fällen von Verhaftungen und Misshandlungen vorlegen und auf Abhilfe drängen. (mit dpa)