Der Tagesspiegel : DOKUMENTATION

Heimatkunde

Frederik Bombosch

Man könne sich komische Sachen ausdenken, sagt Martin Sonneborn, aber man könne auch normale Menschen reden lassen. Das sei oft viel komischer. Mit diesem Leitmotiv hat der frühere „Titanic“-Chefredakteur und Bundesvorsitzende der „Partei“ Berlin umwandert – entlang der Mauer, deren Wiedererrichtung er ja seit Jahren fordert. Herausgekommen ist ein Film voll stiller Komik. Sonneborn spielt mit offenen Karten, stellt sich jedem vor. Die Angesprochenen erzählen. Manche stellen sich bloß, manche präsentieren ihre kuriose Sicht der Dinge. Der Straßenbahnfahrer, der sich empört, wie am 10. November 1989 „nur 40 Prozent der Kollegen zum Dienst erschienen“; die Vorstadt-Schönheit, die erklärt: „DDR, das war irgendwas mit Krieg“ – all diese Charaktere hätte man sich nicht ausdenken können. Geistreiche Satire. Frederik Bombosch

„Heimatkunde“, D 2008,

90 Min., R: Andreas Coerper, Martin Sonneborn

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