Doping im Fußball : Löw: "Ich kann nicht für alle garantieren"

Bundestrainer Joachim Löw ist entsetzt über die Doping-Auswüchse im Radsport und hat die geplante Ausweitung der Trainingskontrollen im Fußball begrüßt.

Joachim Löw
Cheftrainer Joachim Löw -Foto: ddp

"Es ist unglaublich, was da im Radsport bei der Tour de France in diesem Jahr passiert. Das darf im Fußball natürlich nicht passieren", sagte der Cheftrainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Rande der Veranstaltung "DFB live" in Augsburg.

Eine Verschärfung der Doping-Kontrollen, wie sie vom DFB in Zusammenarbeit mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) geplant ist, wird von Löw unterstützt: "Das finde ich hundertprozentig richtig", sagte der Bundestrainer. Eine Ausweitung der Trainingskontrollen nannte er "sinnvoll". Im Fußball könne er beim Thema Doping nicht "für alle garantieren", aber die Nationalspieler seien "mit Sicherheit aufgeklärt". Es gebe klare Absprachen und Anweisungen, betonte Löw: "Die Spieler wissen Bescheid, was sie nehmen können und was nicht."

Bei der Durchführung der Trainingskontrollen im Fußball sieht der Bundestrainer im Gegensatz zu anderen Sportarten mit nur drei oder vier Saisonhöhepunkten keine großen Probleme. "Im Fußball sind die Spieler ja in ihren Vereinen. Insofern ist es relativ einfach, sie zu testen", meinte der Bundestrainer.

Der DFB hatte auf einem Doping-Seminar in Stuttgart angekündigt, zusammen mit der Nada und der DFL ein Konzept für Trainingskontrollen zu entwickeln. Im Jahr 2006 hatte der DFB 886 Wettkampfkontrollen vorgenommen, die Zahl der unangemeldeten Trainingskontrollen belief sich auf lediglich 87. (mit dpa)