Dopingfall : Deutscher Rollstuhlbasketballer positiv getestet

Im deutschen Paralympics-Team hat es bei Doping-Tests eine positive Probe gegeben.

PekingNach Angaben des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) vom Mittwoch ist Rollstuhlbasketballer Ahmet Coskun bei einer Trainingskontrolle am 23. August durch die Nationale Anti-Doping Agentur NADA positiv auf den Wirkstoff Finasterid getestet worden. „Ich habe an meine Haare gedacht und hatte keine Ahnung, dass das Haarwuchsmittel eine verbotene Substanz enthält. Ich bin völlig bestürzt, Doping ist mir nie in den Sinn gekommen“, erklärte Coskun in einer DBS-Pressemitteilung.

Der Wirkstoff Finasterid ist in einem Haarwuchsmittel enthalten und steht auf der Liste der verbotenen Substanzen. Finasterid selbst bewirkt keine Leistungssteigerung, kann allerdings leistungssteigernde Dopingmittel verschleiern. Über eine Sperre gegen
den 33 Jahre alten Athleten, der kurzfristig die Heimreise antreten wird, soll später entschieden werden. Auch dürfen die deutschen Rollstuhlbasketballer bei den Paralympics in Peking weiterspielen.

DBS-Vizepräsident Leistungssport und in Peking zugleich Chef de Mission, reagierte fassungslos: „Wir bedauern diese Nachricht zum Zeitpunkt der Paralympischen Spiele sehr. Wir nehmen das Thema Anti-Doping überaus ernst. Seit Jahren betreiben wir erhebliche Aufklärungsarbeit im Verband und in Zusammenarbeit mit der NADA einen intensiven Anti-Doping-Kampf.“ (dpa)