Doppelmord-Prozess : Ex-Lebensgefährtin belastet Angeklagten

Im Doppelmord-Prozess hat die frühere Lebensgefährtin den Angeklagten schwer belastet.

Frankfurt (Oder) - Der Mann habe ihr noch am 1. Juli 1997 gesagt, dass er die 23-jährige Heike N. am Wald beim Frankfurter Vorort Lossow so niedergeschlagen habe, dass sie liegen blieb, sagte die 48 Jahre alte Frau im Landgericht Frankfurt (Oder). Die Anklage wirft dem 52-Jährigen vor, Heike N. und das gemeinsame Baby ermordet zu haben. Die Leichen waren erst im Juni dieses Jahres gefunden worden.

Der Angeklagte habe am Nachmittag des 1. Juli 1997 gebeichtet, dass er mit Heike N. ein Verhältnis hatte, sagte die Zeugin. Später habe er gesagt, sie wolle, dass er die Vaterschaft für den vier Monate alten Sohn anerkenne. Er sei mit Heike N. am Vormittag des 1. Juli zum Wald bei Lossow gefahren, habe sie kurz abgelenkt und dabei von hinten mit der Handkante niedergeschlagen.

Täter führte Zeugin zum Tatort

Die Zeugin sagte, sofort nach dieser Beichte sei der Mann mit ihr zum Tatort gefahren. Er habe sich einen Spaten gegriffen und sei mit den Worten in den Wald gegangen, er habe etwas zu erledigen. Sie habe einmal nachgeschaut und gesehen, wie er bis zur Brust in einer Erdgrube stand. Nach einer halben Stunde seien sie nach Hause gefahren, wo sie sofort seine Kleidung waschen musste. Später fragte sie nach dem Baby. Er habe geantwortet, das läge auch dort. Erst 1998 habe sie erfahren, dass der Angeklagte der Kindesvater war.

Die Zeugin, die mit dem Mann von 1979 bis 2004 zusammenlebte, sagte, der Angeklagte habe sie öfter brutal geschlagen. Mehrfach habe er ihr gedroht, dass etwas Schlimmes passiere, wenn sie zur Polizei gehe. Bei einem Streit habe er einmal gesagt: "Wenn Du nicht bald die Schnauze hältst, kommst Du auch da hin, wo die andere liegt." Aus Angst habe sie sich erst Monate nach der Trennung der Polizei anvertraut.

Der Prozess wird am 23. November fortgesetzt. Ein Urteil soll am 19. Dezember verkündet werden. (tso/ddp)

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