DRAHTSEIL Akt : Säen, Ernten, Rauchen

Norbert Tefelski leidet mit einem Waldorfschüler

Norbert Tefelski

Als „mit Trennkost aufgezogenes Scheidungskind“ hat man es nicht leicht. Zumal, wenn man mit Spitznamen „Schlampi“ heißt. Schonungslos und ungeschönt erzählt Horst Fyrguth derlei intime Details aus seinem traurigen Werdegang. Selbsttherapie, ick hör dir trapsen. Scheitern als Chance heißt die Flucht nach vorn, und im Untertitel: „Ein Waldorfschüler schlägt zurück“. Da hebt denn ein Wehklagen an über die verplemperte Zeit – mit Eurythmie, Filzwerken und Gartenbau. Als Schulfach! Und „am Ende des Jahres haben sich Eltern und Lehrer zusammengesetzt, um die Ernte durchzurauchen“. Bei solchen Gags nimmt es nicht wunder, dass der schelmische Kölner bereits 1998 mit dem Niederländischen Kleinkunstpreis ausgezeichnet wurde. Ja, so lang und noch länger zieht er bereits durch die Kleinkunstkaschemmen.

Heute bezeichnet sich der 41-Jährige mit Recht als „ältesten Nachwuchs-Comedian“. Müssen wir nun diesen armen Tropf angesichts seiner Waldorfiade bedauern? Beim Lachen ein schlechtes Gewissen bekommen? Fryguth selbst beruhigt: „Im Leben eines Mannes kommt einmal die Stunde der Wahrheit, und dann heißt es lügen, lügen, lügen!!!!!“

Kookaburra, Mi-Sa 8.-11.10., 20.30 Uhr, 8/14 €

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