Der Tagesspiegel : DRAMA

Es kommt der Tag

Christina TilmannD

Die eine ist erloschen, die andere brennt. Und doch sind die Rollen vertauscht: Die, die da kämpft, mit aller Macht und allen Mitteln, ist das Opfer. Die, die sich wehrt, und doch verliert, ist die Täterin. Und beide sind: Mutter und Tochter. Eine besonders rabiate Version eines Generationenkonflikts erzählt Susanne Schneider in ihrem Filmdebüt „Es kommt der Tag“. Es geht um die Bewertung von 68, als die Mutter in den Untergrund abtauchte und ihre Tochter aufgab. Und es geht vor allem um das Weiterleben heute, ein Leben mit Lüge und Verdrängung. Das wäre alles eine etwas bemühte Art der Vergangenheitsbewältigung – wenn nicht Katharina Schüttler als Tochter wie eine Gefühlsterroristin durch den Film ginge, mit einer unheimlichen, kalten Wut, die nachwirkt wie ein Atomunfall. Verstrahlt sind wir alle. Bemühtes Politdrama. Christina Tilmann

„Es kommt der Tag“, D 2009, 108 Min., R: Susanne Schneider,

D: Iris Berben, Katharina Schüttler, Jacques Frantz

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