Drehort : Der Ort der Verschwörer wurde Tom Cruise für eine Woche in Löwenvilla

Sabine Schicketanz

Potsdam - Seit gestern dreht Tom Cruise nun auch in Potsdam den Stauffenberg-Film „Valkyrie“ – in direkter Nachbarschaft von Schloss Sanssouci. Die seit dem frühen Morgen abgesperrte Zone wurde schnell zur Touristenattraktion. Der Drehort aber liegt weit die Straße hinauf und ist vor Gerüsten und dicken Luftschläuchen, die in die Fenster führen, kaum zu erkennen: Drehort für eine Woche ist das Innere der Löwenvilla in der Gregor-Mendel-Straße 26. In dem neobarocken Bau hatte Major Fritz von der Lancken mehrere Tage lang den Sprengstoff versteckt, mit dem Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 im Führerhauptquartier Wolfsschanze das gescheiterte Attentat auf Hitler beging. Auch soll sich Stauffenberg mehrmals in der Villa mit den anderen Verschwörern der Operation „Walküre“ (Valkyrie) getroffen haben. Nun stehen wieder Männer in SS-Uniform vor der Löwenvilla, schlendern die Straße hinunter, begleitet von Herren in dunklen Anzügen. Der Dreh für den 80 Millionen Dollar teuren Film ist auch in Potsdam Geheimsache: Ob Tom Cruise dort ist, welche Szenen gedreht werden - offiziell ist nichts zu erfahren.

Potsdamer, die in der Gegend wohnen, haben bessere Chancen als Ortsfremde. „Wir wollten nach Hause, da ist der Sicherheitsmann mit uns durch den gesperrten Bereich gelaufen“, erzählt ein Mann. Seine Begleiterin, angereist aus dem Landkreis Wolfenbüttel, ist beeindruckt: „So viel Aufwand für nur sieben bis 20 Minuten im Film“, staunt sie.

Wo in Potsdam ein Blick auf Tom Cruise zu erhaschen sein könnte, verraten die Filmleute selbstverständlich nicht. Gerüchte aber gibt es: Der Superstar, der mit seiner Frau Katie Holmes und Töchterchen Suri im Berliner Regent-Hotel am Gendarmenmarkt wohnt, sei vergangene Woche mit einem Hubschrauber auf einer Wiese im Ortsteil Eiche gelandet. Von dort sei die Familie zur Touristen-Tour durch die Landeshauptstadt aufgebrochen und habe das Schloss Sanssouci besichtigt. Bei der Schlösserstiftung weiß man davon nichts: Der Schauspieler habe keine Sonderführung bekommen, auch dem Personal sei er nicht aufgefallen.Sabine Schicketanz

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