Der Tagesspiegel : Drei Asylanträge, mehrere Vorstrafen

Der Vietnamese Xuan ist seit 1988 in Deutschland – mit Unterbrechungen

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Xuan Khang Ha kam 1988 als so genannter Vertragsarbeiter aus Vietnam in die DDR. Hier lernte er im mecklenburgischen Demmin den Umgang mit Landmaschinen. Zwei Jahre später – nach der Wiedervereinigung – nahm Xuan das Angebot an, mit einer Rückkehrprämie in Höhe von damals 3000 Mark Deutschland wieder zu verlassen. Zurück in Vietnam fasste Xuan nicht wieder richtig Fuß. Er fand keine Arbeit und fühlte sich vom Geheimdienst beschattet. 1992 reiste Xuan erneut nach Deutschland. Sein Antrag auf Asyl wurde abgelehnt. Er schlug sich mit illegalem Zigarettenhandel durch. Dabei wurde er erwischt und bestraft. Außerdem setzte er sich ans Steuer eines Autos, obwohl er nur eine vietnamesische Fahrerlaubnis besaß, die in Deutschland keine Gültigkeit hatte. Das fiel bei einer Kontrolle auf, weil er 1996 vier Chinesen beförderte, die sich illegal in Deutschland aufhielten. Seitdem wurde er nicht mehr straffällig.

Sein zweiter Asylantrag wurde von den Behörden 1998 abgelehnt. Am 28. Februar 2002 bat Xuan erneut um Asyl. Dieses Verfahren läuft noch. Nach eigenen Angaben engagiert Xuan sich seit zwei Jahren für die oppositionellen Gruppen „Demokratische Organisation Vietnam“ und „Allianz Freies Vietnam“. Daher befürchtet der heute 48jährige Xuan Khang Ha, bei einer Rückkehr festgenommen zu werden. Auch der evangelische Kirchenkreis Oranienburg befürchtet Gefahr für Xuan und bat den Hohen Flüchtlingskommissar der UN sowie Amnesty International um Unterstützung.

Vor fünf Jahren wurde sein Sohn Minh Duc geboren. Er lebt seit einiger Zeit allein mit ihm in Hennigsdorf, nachdem sich die Mutter von der Familie getrennt hatte. Sie soll wieder in Vietnam sein. Ste.

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