Der Tagesspiegel : Drei Millionen für Chipfabrik-Chefs? Laut Liquidationsplan kassieren Vorstände hohe Abfindungen

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Die drei Vorstandschefs der geplatzten CommunicantChipfabrik in Frankfurt (Oder) sollen Abfindungen über 3 Millionen Euro erhalten. Das berichtet das RBB-Magazin „Klartext“ unter Berufung auf den Liqudidationsplan von Communicant, über den der Aufsichtsrat am 16. Februar befinden soll. „Es ist unglaublich, dass sich einige Geld in die eigene Tasche schaufeln, während 129 Azubis gekündigt wurde“, sagte der SPD-Wirtschaftsexperte Heiko Müller. Er wisse nicht, welche Leistungen des Managements um Vorstandschef Abbas Ourmazd eigentlich honoriert werden sollten. CDU-Generalsekreträr Thomas Lunacek sprach von einer „Sauerei“. Wirtschaftsminister Ullrich Junghanns (CDU) erklärte im Namen der Landesregierung, das Land werde sich als Minderheitengesellschafter daür einsetzen, dass der Communicant-Vorstand „keinen Cent mehr bekommt, als ihm rechtlich zusteht“. Das Land stehe zu seiner Zusage, sich um die Communicant-Azubis zu kümmern. Dem Vernehmen nach will das Land auch auf Ablösung von Ourmazd drängen. Im Untersuchungsausschuss des Landtages zur Aufklärung der Millionenpleite, der gestern mit Zeugenvernehmungen begann, wurden neue Ungereimtheiten über Ourmazd bekannt, der vor dem Wechsel zur Communicant AG Direktor des Frankfurter Halbleiterinstituts (IHP) und zugleich privat über eine Beteiligung mit dem Chipfabrikprojekt verwoben war. Wie der heutige IHP-Geschäftsführer Wolfgang Mehr aussagte, habe Ourmazd die Verträge mit Communicant und Intel quasi allein ausgehandelt.thm

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