"Dreister Raub" : Fidel Castro macht Mafia für kubanische Boxpleite verantwortlich

Revolutionsführer Fidel Castro ist erbost über Kubas Box-Pleite in Peking. Eine „Mafia“ habe die Regeln verspottet und Kuba durch dreisten Raub um seine Medaillen gebracht.

Ohne Namen zu nennen schrieb Castro in einem am Montag veröffentlichten Artikel, dass zwei kubanischen Boxern in den Semifinalen von vorneherein der Sieg genommen worden sei.

„Es war kriminell, was sie mit den Jungen unserer Boxmannschaft gemacht haben, um die Arbeit derjenigen zu vervollständigen, die sich damit beschäftigen, Athleten aus der Dritten Welt zu rauben“, fügte Castro in Anspielung auf die Flucht der besten kubanischen Boxer unter anderen nach Deutschland hinzu.

"Europäischer Chauvinismus"

Hinsichtlich der nächsten Spiele in London 2012 warnte er vorsorglich vor dem „europäischen Chauvinismus“ gegenüber den Ländern der Dritten Welt: Auch dort würden korrupte Schiedsrichter eine Rolle spielen und vor allem werde es zu einem „Kauf von Muskeln und Gehirnen kommen“, warnte Castro in Anspielung auf die Tatsache, dass sich zahlreiche kubanische Hochleistungssportler aus Kuba abgesetzt haben, um in anderen Ländern mit ihrem Sport erfolgreich zu sein und Geld zu verdienen.

Dem Medaillenspiegel zufolge lag Kuba in Peking mit 24 Medaillen, davon aber nur zwei aus Gold, auf dem 21. Platz. In Athen 2004 hatte Kuba noch den elften Platz errungen. (dpa)