Dresdner Elbtal : Brücken-Kompromiss hinter verschlossener Tür?

Geheime Gespräche in Dresden sollen einem Zeitungsbericht zufolge noch in dieser Woche einen Durchbruch im Streit um die Dresdner Waldschlößchenbrücke bringen.

DresdenGeheime Gespräche in Dresden sollen offenbar noch in dieser Woche einen Durchbruch im Streit um die Dresdner Waldschlößchenbrücke bringen. Wie die "Sächsische Zeitung" in Dresden berichtet, führen der amtierende Oberbürgermeister Lutz Vogel (parteilos) und Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) derzeit Gespräche mit dem Ziel, sowohl den Bau der Brücke umzusetzen als auch den Weltkulturerbetitel für das Elbtal zu erhalten. Mit wem die Bürgermeister im Dialog stehen, wollten sie der Zeitung nicht sagen. Es handle sich nicht um die Staatsregierung, da dort die Positionen klar seien.

Parallel dazu soll es Gespräche zwischen der linken Stadtratsmehrheit und den Brückenbefürwortern geben. Ziel sei es, den alternativen Brückenentwurf des Stuttgarter Ingenieurbüros Schlaich, Bergermann und Partner durchzusetzen, hieß es weiter.

Das Unesco-Welterbekomitee hatte auf seiner Tagung im neuseeländischen Christchurch vor rund zwei Wochen beschlossen, Dresden vorerst auf der Liste des gefährdeten Welterbes zu belassen. Zugleich stellte die Organisation ein Ultimatum. So müssen bis 1. Oktober Alternativvorschläge zum bisherigen Bauvorhaben vorliegen. Sollte indes der ursprüngliche Brückenentwurf umgesetzt werden, verliere das Elbtal seinen Welterbestatus. Sachsens Regierung beharrt auf dem Bau der bisher geplanten Brücke, während die Stadt Dresden nach einem Kompromiss sucht, um den Titel zu erhalten. (mit ddp)