Dresdner Waldschlösschenbrücke : Protest im Zeichen der Fledermaus

Rund 3000 Menschen haben vor der Dresdner Frauenkirche gegen den Bau der umstrittenen Waldschlösschenbrücke protestiert. Sie sehen die Kleine Hufeisennase gefährdet, eine Fledermausart, die im Elbtal lebt.

Waldschlösschenbrücke
Rededuell: Gegner und Befürworter der geplanten Elbtalbrücke. -Foto: dpa

"Die Einheit von Stadt und Fluss, die Symbiose von Natur und Kultur - die gilt es zu verteidigen", sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD). Warum sollte in Dresden nicht das gelingen, was in Köln gelungen sei, sagte Thierse mit Blick auf die Rettung des Welterbe-Titels für die Stadt am Rhein.

Das Regierungspräsidium Dresden hatte zuvor gegen den Baustopp für die Brücke im Unesco-Welterbe-Gebiet Dresdner Elbtal Rechtsmittel und Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Dresden eingelegt. Das Verwaltungsgericht Dresden hatte in der vergangenen Woche den für diesen Montag geplanten Baubeginn für die Waldschlösschenbrücke untersagt. Bei der Planung der neuen Elbquerung seien die Belange der Kleinen Hufeisennase, einer vom Aussterben bedrohten Fledermausart, nicht ausreichend gewürdigt worden, entschieden die Richter.

Er habe großen Respekt vor dem Bürgerentscheid von 2005, in dem für den Bau der Brücke gestimmt wurde, sagte Thierse. "Der Entscheid sollte aber nicht als Argument für eine Kompromissverweigerung herhalten", sagte er. Die veröffentlichte Meinung sei bundesweit gegen die Brücke. "Das ist keine parteipolitische Frage." (mit dpa)