Der Tagesspiegel : Drogenhersteller verurteilt

Betreiber von Ecstasy-Laboren bis zu 14 Jahre ins Gefängnis

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Frankfurt (Oder). Die Betreiber der beiden bisher größten in Deutschland entdeckten Drogenlabore müssen bis zu 14 Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Frankfurt (Oder) verurteilte am Mittwoch drei Niederländer zu Haftstrafen zwischen siebeneinhalb und 14 Jahren. Ein DeutschNiederländer bekam ein Jahr und neun Monate Gefängnis auf Bewährung wegen Beihilfe.

Die Niederländer hatten in einem Bunker in Kevelaer (Nordrhein-Westfalen) und einer Garage im brandenburgischen Hoppegarten große Mengen Ecstasy produziert. Bei der Razzia in Kevelaer stieß die Polizei auf chemische Substanzen für eine Million Ecstasy-Tabletten. In der Drogenküche in Hoppegarten fanden sich 75 000 Ecstasy-Tabletten. Das Labor hatte nach Schätzung des Bundeskriminalamtes einen Marktwert von 6,6 Millionen Euro. Bislang galten vor allem die Niederlande und Polen als Herkunftsländer für synthetische Drogen.

Die 35 bis 54 Jahre alten Niederländer, die vor ihrer Festnahme offiziell als Automechaniker oder Computerverkäufer arbeiteten, schwiegen seit Prozessbeginn. Der Deutsch-Niederländer stritt die Vorwürfe ab. Weil sich die Richter auf Indizien stützen mussten, zog sich die Verhandlung 38 Tage lang hin. Als wichtige Beweismittel dienten abgehörte Telefonate sowie die Spuren von Ecstasy-Wirkstoff. Die Drogen-Produzenten gehörten einer Gruppe an, die schon einmal ein Fall für das Frankfurter Landgericht war. Im vergangenen Jahr waren sechs Mitglieder dieses Ringes zu Haftstrafen von bis zu sechs Jahren verurteilt worden. Ein weiteres mutmaßliches Mitglied der Bande wurde vor wenigen Monaten festgenommen. dpa

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