Drogenkonsum : Deutsche kiffen weniger

Auf dem Weg in die rauschfreie Zone: Der Drogenkonsum hierzulande ist zurückgegangen. Besonders Jugendliche greifen immer seltener zu Cannabis. Ein neues Ausstiegsprogramm zeigt erste Erfolge.

Joint
Cannabis und Co.: Immer weniger Jugendliche greifen zu Drogen. -Foto: ddp

BerlinNach aktuellen Untersuchungen nähmen Erwachsene und auch Jugendliche weniger Drogen, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing. Bei den Jugendlichen werde der Rückgang beim Cannabiskonsum am deutlichsten. Nur noch 13 Prozent der 14- bis 17-Jährigen probierten laut Bätzing in diesem Jahr zumindest einmal Haschisch oder Marihuana. Im Jahr 2004 waren es demnach noch 22 Prozent in dieser Altersgruppe.

Die Zahl der regelmäßigen Konsumenten von Cannabis veränderte sich dagegen kaum. Bei den 14- bis 17-Jährigen liegt der Anteil den Angaben zufolge derzeit bei 3,3 Prozent, bei den 18- bis 64-Jährigen bei 2,2 Prozent. Europaweit konsumieren demnach etwa ein Prozent aller Erwachsenen täglich Cannabis, in Deutschland sind es nur etwa 0,5 Prozent.

Therapie mit Internet-Tagebuch

Bätzing wertete die Zahlen als Beleg dafür, dass Deutschland im Kampf gegen Drogen auf einem guten Kurs sei. Sie betonte zugleich, dass noch mehr Menschen mit Cannabisproblemen erreicht werden müssten. Sie verwies dazu unter anderem auf das internetbasierte Ausstiegsprogramms "quit the shit" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Dort können Interessierte versuchen, mit Hilfe eines von Fachkräften kommentierten Internet-Tagebuchs ihren Cannabiskonsum innerhalb von 50 Tagen zu reduzieren. Drei Monate nach Abschluss des Programms konsumieren 30 Prozent der Teilnehmer kein Cannabis mehr.

In Deutschland gibt es im Gegensatz zur allgemeinen Entwicklung in Europa keine Anzeichen für eine erhebliche Zunahme des Kokainkonsums. Die Zahl der Menschen, die Kokain konsumieren, sei seit Jahren "auf niedrigem Niveau relativ stabil", erklärte der Leiter der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, Tim Pfeiffer-Gerschel. Bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 39 Jahren sei sogar ein leichter Rückgang zu verzeichnen. (mit AFP)