EDITORIAL : Katzen- musik

Nadine Lange

Besuch von einer schwarzen Dame: Weil alle Bezugspersonen von Mausi im Urlaub sind, gebe ich der kleinen Katze Asyl. Nachdem sie ihre anfängliche Scheu überwunden hat, läuft es ganz gut mit uns beiden. Gern sitzt sie schnurrend auf meinem Schoß und kratzt nicht allzu viel an den Möbeln herum. Doch dann das: Ich lege eine CD auf. Engeistert schaut Mausi im Raum umher, verdreht hektisch die Ohren und maunzt anklagend in meine Richtung. Dabei sind es eigentlich ganz harmonische Klänge, die der Waliser Bibio da auf seiner E-Gitarre zupft. Offenbar keine Katzenmusik. In den folgenden Tagen steige ich gastfreundlicherweise auf Kopfhörer um. Erst kurz vor dem Pretenders- Konzert mache ich einen neuen Versuch, doch auch Chrissie Hyndes Stimme kommt nicht gut bei Mausi an. Immerhin blieb sie leicht verspannt neben mir sitzen. Letzter Anlauf: HipHop – ist ja schließlich eine schwarze Katze. Aber selbst beim tollen Debüt von Speech Debelle schaut Mausi nur verwirrt den Tönen hinterher. Fürs nächste Mal besorge ich eine Vogelstimmen-CD, versprochen. Nadine Lange

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