EDS : Telekom will mit Milliardenzukauf T-Systems stärken

Die Telekom plant einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge den Kauf des US-IT-Dienstleisters Electronic Data Systems. Die Texaner haben derzeit einen Börsenwert von rund zehn Milliarden Dollar.

HamburgDie Deutsche Telekom erwägt einem Bericht zufolge einen Milliardenzukauf zur Stärkung ihrer angeschlagenen Geschäftskundensparte T-Systems. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" führt der Bonner Konzern erste Sondierungsgespräche über eine mögliche Übernahme des texanischen IT-Dienstleisters Electronic Data Systems. Die Telekom und EDS wollten sich dazu gegenüber der Zeitung nicht äußern.

Die Gespräche seien eine Kehrtwende in der Strategie von Telekom-Chef René Obermann, hieß es in dem Bericht. T-Systems gehört wegen bröckelnder Gewinne zu den größten Problemen des Konzerns. Ursprünglich hatte Obermann nach einem Käufer für die Geschäftskundensparte gesucht - allerdings ohne Erfolg.

Neue Tochter könnte an die Börse gehen

EDS ist Nummer zwei im Markt für IT-Dienstleistungen und hat derzeit einen Börsenwert von rund zehn Milliarden Dollar - also knapp sieben Milliarden Euro. Die Telekom verfügt dem Bericht zufolge 2007 über einen freien Cashflow von 6,5 Milliarden Euro. Um den Kauf zu finanzieren, würde sich die Telekom mit einem Finanzinvestor zusammentun, sagten informierte Personen. Nach der Verschmelzung mit T-Systems könnte die neue Tochter an die Börse gebracht oder weiterverkauft werden, hieß es.

Obermann hat seine Pläne für T-Systems bereits mehrfach geändert und damit Kunden verunsichert. Noch zu Jahresbeginn hatte der Telekom-Chef die Sparte insgesamt zur Disposition gestellt. Weil sich kein Käufer fand, sucht Obermann nun offiziell nach einem Partner für einen Teil des Großkundengeschäfts: den Bereich Systemintegration mit 18.000 Mitarbeitern. (mit dpa)