Ehemalige Konzentrationslager : Gästeboom in Gedenkstätten

Das Interesse an den KZ-Gedenkstätten Sachsenhausen in Oranienburg und Ravensbrück in Fürstenberg ist ungebrochen hoch. Das KZ Oranienburg zählte 400.000 Besucher.

Oranienburg – Im vergangenen Jahr kamen allein nach Sachsenhausen rund 400 000 Gäste, Ravensbrück zählte 100 000. Etwa 2800 Führungen und 380 Projekttage für Jugendliche bedeuten nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten eine Steigerung um 30 Prozent gegenüber 2008.

„Höhepunkte werden am 18. April die Feierlichkeiten zum 65. Jahrestag der Befreiung der Lager sein“, teilte Stiftungssprecher Horst Seferenz mit. „Dazu erwarten wir sowohl in Sachsenhausen als auch in Ravensbrück jeweils rund 400 Überlebende. Da sie sich alle in einem hohen Alter befinden, seien genaue Zahlen noch nicht möglich. Zum 50. Jahrestag der Befreiung 1995 konnte die Stiftung jeweils 3 000 Überlebende des KZ begrüßen.

Bereits am 16. April wird das neu gestaltete Museum des Todesmarsches im Belower Wald bei Wittstock eröffnet. Ende April 1945 mussten hier mehr als 16 000 Häftlinge aus Sachsenhausen zusammengepfercht mehrere Tage unter freiem Himmel und fast ohne jede Versorgung lagern. In den Museumsvitrinen werden zahlreiche Löffel, geschnitzte Dinge und andere Gegenstände aus jenen Tagen gezeigt, die in den vergangenen Jahren unter Laub- und Humusschichten entdeckt worden waren. Tafeln zeigen den Verlauf der Todesmärsche, auf denen die SS die Häftlinge aus den Lagern in Richtung Ostsee trieb. Mehr als 1000 Gefangene aus Sachsenhausen starben während des Todesmarsches Ende April/Anfang Mai 1945.

Außerdem soll in diesem Jahr der lange geplante Geschichtspark auf dem Gelände des ehemaligen Klinkerwerks am Oder-Havel-Kanal in Oranienburg in Angriff genommen werden. Hunderte Häftlinge hatten hier bei unmenschlichen Arbeitsbedingungen ihr Leben verloren. Seit 15 Jahren ringen die Gedenkstättenstiftung und die Stadt Oranienburg um die würdige Gestaltung eines Gedenkortes. Ursprüngliche Pläne sahen die Eröffnung eines Geschichtsparks schon zur vorjährigen Landesgartenschau vor. Vor allem offene Finanzierungsfragen führten immer wieder zu einer Verzögerung. Jetzt planen Stiftung und Stadt zusammen mit Landesbehörden einen neuen Anlauf .Ste.

Internet: www.stiftung-bg.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben