Der Tagesspiegel : Ein Bayern-Gastspiel als Geburtstagsgeschenk

Zum 40. Gründungsjubiläum des FC Energie Cottbus kommt der Meister am Dienstag ins Stadion der Freundschaft

Matthias Koch

Cottbus - Der FC Bayern kommt in die Lausitz. Am Dienstag erwartet Fußball-Zweitligist Energie Cottbus zu seiner Geburtstagsparty den deutschen Rekordmeister und -pokalsieger aus München. Anlässlich des 40-jährigen Gründungsjubiläums von Energie Cottbus am 31. Januar 1966 treten die Stars von Bayern-Trainer Felix Magath um 18 Uhr zu einem Benefizspiel im Cottbuser Stadion der Freundschaft an. „Das ist für uns ein großartiges Geschenk“, freut sich Energie-Präsident Michael Stein.

Alle Einnahmen der Begegnung fließen in die Cottbuser Vereinskasse. Die Brandenburger wollen jedoch nicht nur nehmen. 15 Prozent aus dem Verkauf der eigens für dieses Freundschaftsspiel entworfenen Erinnerungsschals- und -T- Shirts werden auf das Spendenkonto der „FC Bayern Hilfe“ überwiesen, die seit Jahren in Not geratene Menschen unterstützt.

Obwohl die Münchner in diesem Jahr in Champions League, Meisterschaft und DFB-Pokal viel vorhaben, wollen sie nach Cottbus mit allen spielfähigen Stars reisen. „Den Fans im Osten und besonders in Cottbus möchten wir uns ordentlich präsentieren“, kündigte Trainer Magath an. Eingefädelt wurde der Münchner Kurzabstecher per Flieger schon vor über einem Jahr vom Cottbuser Ex-Manager Klaus Stabach im Winter-Trainingslager in Dubai. Dort hatten die Bayern und Energie ein Testspiel gegeneinander bestritten. Der Münchner Manager Uli Hoeneß versprach damals, zu einem freundschaftlichen Kick nach Cottbus zu kommen.

Schließlich haben die Bayern aus der dreijährigen gemeinsamen Bundesliga-Zeit überwiegend gute Erinnerungen an den FC Energie. Fünf der sechs Begegnungen gegen Cottbus wurden gewonnen. Nur am 14. Oktober 2000 versanken 20 500 Zuschauer im Stadion der Freundschaft im Jubelsturm, als der Aufsteiger und Tabellenletzte Cottbus den Spitzenreiter München sensationell mit 1:0 nach Hause schickte. Das entscheidende Tor hatte der Ungar Vilmos Sebök schon nach 15 Minuten erzielt.

Während bei den Bayern noch sechs der Spieler von damals dabei sind, heißt in der Cottbuser Mannschaft die einzige Konstante Torhüter Tomislav Piplica. „Diesen Sieg werde ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen. Bayern München zu schlagen, ist für jeden Fußballer ein großer Erfolg“, sagt der seit 1998 für Energie spielende Bosnier.

Für die inzwischen 36-jährige Kultfigur der Lausitzer könnte nicht nur das erneute Aufeinandertreffen zu einem Erlebnis werden. Im Rahmen des bereits um 16 Uhr beginnenden Stadionfestes mit Fans, Freibier und 600 geladenen VIP-Gästen am Dienstag wird auch der „Beste Energie-Fußballer der ersten 40 Jahre“ bekannt gegeben. Die Abstimmung im Internet endete am 31. Januar. Zur Auswahl standen mit Klaus Stabach, Andreas Wendt, dem heutigen Manager Ralf Lempke, dem aktuellen Trainer Petrik Sander, Jens Melzig, dem heutigen Marketingchef Detlef Irrgang, Vasile Miriuta und Tomislav Piplica acht Energie-Helden der Vergangenheit und Gegenwart. Piplica: „Ich habe gehört, dass ich unter den ersten drei sein soll. Das wäre eine große Ehre für mich.“

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