Der Tagesspiegel : Ein kräftiger Schluck Bier gegen das Altern

Die Brandenburg-Halle lockt mit vielen Neuheiten. Darunter Anti-Aging-Bier, Gurkenbockwurst und Kartoffelbrot mit Aloe Vera

Claus-Dieter Steyer

Hopfen wirkt beruhigend, und tötet Keime ab, Hefe glättet die Haut und regt den Stoffwechsel an. Die Klosterbrauerei Neuzelle preist diese Eigenschaften des Bieres und garantiert, dass ihr „Anti-Aging-Bier“ ein Jungbrunnen ist. Es gehört zu den vielen Neuigkeiten der 123 Aussteller in der Brandenburg-Halle 21a auf der Grünen Woche.

Das schwarze Gebräu verstößt mit seinen Inhaltsstoffen allerdings gegen das deutsche Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516, wonach Bier nur aus Gerste, Hopfen und Wasser bestehen darf. Im neuen Wundermittel aus Neuzelle befinden sich jedoch viele Zusatzstoffe: Sole aus den Tiefen unter Bad Saarow für einen normalen Blutdruck und die Entfernung von Schwermetallen aus dem Körper, Algen für die Eiweiß- und Vitaminzufuhr sowie Flavonoide gegen Arterienverkalkung und Krebs.

„Zusammen mit einem 4,8-prozentigen Alkoholanteil bringt es Körper, Geist und Seele in Einklang“, verspricht Brauereichef Helmut Fritsche. Um Skeptiker zu überzeugen, verweist er auf die Zusammenarbeit mit dem Institut für Getreideforschung und diversen anderen Firmen.

Erfindungsreich ist auch Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz aus Schwante. Er präsentiert auf der Messe ein „Kartoffelbrot mit Aloe Vera“. Die Pflanze aus der Familie der Liliengewächse ist mit dem Knoblauch verwandt und stärkt laut Plentz die körpereigenen Abwehrkräfte. Laut Rezept kommen auf ein Kilogramm Brotteig 40 Gramm gefriergetrocknetes Aloe-Vera-Pulver.

Ganz andere Geschmacksnerven will die Landfleischerei Turnow bei Peitz anregen. Sie präsentiert neben einer Bratwurst aus Straußenfleisch diesmal erstmalig eine Gurkenbockwurst. „Die Leute beißen in der Regel getrennt in Wurst und Gurke“, erklärt Betriebschef Wolfgang Palme. „Wir verkürzen den Akt und mischen gleich die Gurke in die Wurst.“ Der Fettgehalt liegt bei 28 Prozent.

Andere Neuheiten sind Senfpralinen, Zitronenliköre, ein Sanddorn-Apfel-Zimt-Eis und gebratene Wels-Schnecken. Mit diesen mitunter etwas verrückt klingenden Mischungen wollen die Bauern einerseits die Messebesucher in ihre Halle, aber anschließend auch aufs Land locken. Derzeit kommen 22 Prozent der in Berlin verkauften Backwaren aus Brandenburg. Bei Fleisch und Wurst sind es 15 Prozent, bei Obst und Gemüse nur acht Prozent. Auch um Touristen wollen die Aussteller werben. Etwas Besonderes haben sich ein Dutzend Gastwirte im Kreis Teltow-Fläming ausgedacht: Sie machen mit einer kulinarischen Kartoffelstraße auf sich aufmerksam.

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