Der Tagesspiegel : Ein Mann beißt sich durch

Matthias Platzeck besuchte die Brandenburg-Halle – und bewies beim Testen erstaunliche Kondition

Claus-Dieter Steyer

Der Mann hat Kondition – und einen Magen aus Stahl. In den stopft er in nur zwei Stunden Süßes, Saures, Deftiges, Frisches, Konserviertes, Hochprozentiges, Trockenes und vor allem Unbekanntes hinein. Danach stehen zwar Schweißperlen auf seiner Stirn, aber er hält sich wacker auf den Beinen: „Es war offenbar alles von guter Qualität“, sagt Matthias Platzeck, der am Montag in der Brandenburg-Halle auf der Grünen Woche war.

Der Besuch begann damit, dass der Ministerpräsident selbst etwas kochen musste. Sein Lieblingsrezept: Tomaten-Apfel-Suppe mit Zwiebeln, Knoblauchzehen, Basilikum und Rosmarin. „Es ist irgendwann aus der Not heraus geboren worden, als sich Besuch ankündigte und der Kühlschrank nichts anderes hergab“, sagt Platzeck und rührt fleißig. Ab 10.20 Uhr muss er dann essen, was die anderen vorbereitet haben: Bauernkäse aus Bandelow in der Uckermark, Wildsalami vom Gut Kerkow, Brot mit frischer Butter, Schmalzstullen und Kakao-Milch von den Landfrauen aus Oberhavel. Um 10.28 Uhr kam das erste Bier – ein Helles von der Preußen Pils GmbH Pritzwalk. Jürgen Srajer vom Landgasthof „Dörpkrog an Diek“ serviert Knieperkohl mit Lungenwurst und steckt Platzeck noch einen Kräuterlikör in die Tasche. Die Förster aus Eberswalde haben ebenfalls Schmalzstullen geschmiert und Jägermeister kalt gestellt. 10.39 Uhr gibt es Geflügel vom Wiesenhof Herzberg, danach Fruchtsäfte aus Bad Liebenwerda, eine Hirschsalami aus Eberswalde, Kirschkuchen aus Hennickendorf, Kirschbier aus Neuzelle und um 11.02 Uhr schließlich Seelower Ziegenkäse und saure Gurken aus dem Oderbruch.

Dann haut Platzeck ein Straußenei aus Schmachtenhagen in die Pfanne, verspeist Straußenfleisch, verschlingt Suppe vom Oder-Aal, greift zum Quark-Schöko-Brot, trinkt Beerenschnaps aus Finnland, probiert Werderaner Fruchtsalat, schluckt Korn aus Sellendorf, kostet Salami aus der Prignitz, schlürft Holundersaft aus Fredersdorf und danach einen 60-prozentigen Wodka aus Polen. Danach isst er Pilze, Gurken aus Jüterbog, trinkt Milch vom Biohof, Kirschsekt aus Werder, Sandorn aus Petzow und kaut Roggenbrot aus Wriezen. Um 12.12 Uhr ist der Rundgang zu Ende – und Platzeck hat nicht mal aufgestoßen.

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