Der Tagesspiegel : Einsatz gegen Rassismus

NAME

Potsdam. Seit zehn Jahren kämpfen die Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule (RAA) gegen rechtes Gedankengut. Er wolle sich nicht vorstellen, wie Brandenburg ohne die RAA aussähe, sagte deren Chef, Alfred Roos, am Freitag anlässlich des zehnten Gründungstages. Klar sei, dass Ausländerfeindlichkeit und Rassismus in allen Gesellschaftsschichten existieren. Man könne sich nicht nur mit Gewalttätern auseinandersetzen. Roos fordert die ganze Gesellschaft auf, für ein „tolerantes Brandenburg“ zu arbeiten.

Auch Brandenburgs Bildungsminister Steffen Reiche (SPD) mahnte, sich stärker für ein „tolerantes Brandenburg“ zu engagieren. Es werde „leider noch nicht an jedem Tag und an jedem Ort“ nach diesem Leitbild gelebt. Es müsse einen „großen Aufstand der Anständigen“ geben, nicht nur einen Aufschrei nach den jeweiligen Gewalttaten, forderte der SPD-Politiker. Die RAA seien „Kern- und Herzstück“ des Projekts „tolerantes Brandenburg“. Die Ausländerbeauftragte Almuth Berger wehrte sich dagegen, ihre Arbeit und die der RAA infrage zu stellen. Wer dies wegen eines Ausländeranteils von unter zwei Prozent versuche, der verkenne die Probleme, die es im Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen gibt, sagte sie. Das habe nichts mit der Zahl von Ausländern zu tun.

Ausländerfeindlichkeit und Rassismus seien auch kein „Jugendproblem“, sondern kämen aus der Mitte der Gesellschaft. Reiche und Berger sprachen sich entschieden gegen einen Vorstoß von CDU und Junger Union aus, das Amt der Ausländerbeauftragten abzuschaffen. Berger nannte die Diskussion um ein Amt zwar „legitim“, dieser Posten sei aber unabhängig von ihrer Person notwendig, um Ausländerthemen in die Landesregierung zu tragen. Zudem könne die Ausländerbeauftragte die Regierung besser kritisieren als Beauftragte der Kommunen. Reiche riet der Jungen Union, mit dafür zu sorgen, dass das Amt überflüssig wird. Berger würde der Abschaffung dann „am leidenschaftlichsten zustimmen“, versicherte der Minister. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben