Einwanderung : Griechenland fordern EU-Küstenwache

112.000 illegale Einwanderer hat Griechenland allein im letzten Jahr aufgegriffen - und bittet jetzt um Hilfe. Die Idee: Eine Küstenwache der EU soll die Grenzen überwachen.

Athen Griechenland hat angesichts des Zustroms illegaler Einwanderer die anderen EU-Staaten zur Bildung einer EU-Küstenwache aufgerufen. "Dieses große und komplizierte Problem kann nur mit einer gemeinsamen EU-Politik gelöst werden. Wir haben die Bildung einer EU-Küstenwache vorgeschlagen, die die EU-Außengrenzen überwachen soll", sagte der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis am Freitag im Fernsehen. Zuvor hatte er ein Aufnahmelager auf der Ostägäisinsel Samos besucht.

Griechenland ist eines der EU-Länder, die wegen ihrer geografischen Lage als Einfallstor für illegale Migration gelten. Die EU-Kommission hatte ein Verfahren gegen die griechische Regierung eingeleitet, weil sie die Aufnahme von Flüchtlingen nicht gemäß den EU-Vorgaben geregelt hatte. Vor dem Europäischen Gerichtshof läuft zudem ein Prozess, weil Griechenland die Asylanträge weitergereister und zurückgeschickter Bewerber nicht mehr inhaltlich prüft.

Um zu unterstreichen, wie groß das Problem der illegalen Migration für Griechenland ist, hat die Regierung in Athen bekanntgegeben, dass allein in den vergangenen zwölf Monaten 112.000 "Illegale" aufgegriffen worden sind. Dies erschwere eine Prüfung der Asylanträge. Mittlerweile ist jeder zehnte Einwohner Griechenlands ein Ausländer. (mpr/dpa)