Einzelhandel : Geschäfte schließen im Advent später

Der Einzelhandel dehnt seine Öffnungszeiten in der Adventszeit aus. Große Ketten wie Karstadt, C&A oder Saturn wollen ihre Filialen in der Vorweihnachtszeit vor allem donnerstags, freitags und samstags länger offen halten.

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In der Adventszeit wollen viele Geschäfte ihren Kunden längere Öffnugszeiten bieten. -Foto: dpa

Berlin/Hamburg"Viele Geschäfte haben abends länger geöffnet, in größeren Städten etliche bis 22.00 Uhr", sagte Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), heute in Berlin. Nach einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der "Bild"-Zeitung kommt der Einzelhandel damit dem Wunsch der Kunden nach "mehr Zeit zum Einkaufen" entgegen.

Bisher hätten vorwiegend Supermärkte abends längere Öffnungszeiten angeboten, "jetzt machen auch Warenhäuser und andere Geschäfte mit", kündigte Pellengahr an. Das mache der Einzelhandel "natürlich gern", auch wenn er den Beschäftigten Spätzuschläge zahlen müsse. Das Weihnachtsgeschäft in den Monaten November und Dezember beschert dem Einzelhandel nach Verbandsangaben fast 20 Prozent seines Jahresumsatzes.

Kirchen klagen gegen verkaufsoffene Sonntage

Neben den längeren Öffnungszeiten am Abend ist in vielen Städten, zum Beispiel im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, zumindest ein verkaufsoffener Adventssonntag geplant, wie Pellengahr weiter sagte. In Berlin sind sogar alle vier Adventssonntage verkaufsoffen.

Dagegen hatten vor wenigen Tagen die evangelische und die katholische Kirche in Berlin beim Bundesverfassungsgericht geklagt, weil der verkaufsoffene Sonntag damit zur Regel werde und keine Ausnahme mehr sei. Eine Entscheidung in diesem Jahr erwarten die Kirchen nicht. Ausgenommen von den längeren Öffnungszeiten im Advent sind Geschäfte in Bayern und im Saarland. Dort haben die Länderparlamente eine Öffnung generell nur bis 20.00 Uhr erlaubt. (mit AFP)