Einzelhandel : Schluckt Karstadt Kaufhof?

Der Essener Einzelhandels- und Touristikkonzern Arcandor, zu dem auch die Warenhausgruppe "Karstadt" gehört, will Medienberichten zufolge die Metro-Tochter Kaufhof übernehmen.

Kaufhof
Steht eine Übernahme bevor? Ein Handwerker bringt das Logo des Einzelhandelsriesen am Alexanderplatz an. -Foto: ddp

Düsseldorf/Frankfurt am MainArcandor-Chef Thomas Middelhoff und der neue Metro-Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes verhandeln über eine Fusion der Warenhaustöchter Kaufhof und Karstadt unter dem Dach von Arcandor, wie das "Handelsblatt" aus Finanzkreisen und dem Umfeld der beiden Konzerne erfahren haben will. Arcandor-Sprecher Jörg Howe wies dies als "reine Marktspekulationen" zurück. Diese habe es "in den letzten Wochen und Monaten" immer wieder gegeben. Die Marktsituation habe sich nicht geändert. Die Spekulationen, die gegenstandslos seien, wollte der Unternehmenssprecher nicht kommentieren.

Durch den Zusammenschluss könnten Effizienzgewinne von 350 bis 400 Millionen Euro jährlich entstehen, hieß es in Verhandlungskreisen laut "Handelsblatt". Für die beiden Wettbewerber biete sich damit eine Überlebenschance im umkämpften deutschen Einzelhandelsmarkt. Die Verhandlungen befänden sich noch in einem frühen Stadium, hieß es in den Kreisen. Auch das Kartellamt, das die Transaktion prüfen müsste, ist nach eigenen Angaben noch nicht eingeschaltet.

Sprecher von Arcandor und Metro wollten sich zu der angestrebten Fusion nicht äußern. Mit der Fusion der Konzernsparten entstünde Europas zweitgrößter Warenhauskonzern nach dem spanischen Unternehmen Corte Inglés. Der fusionierte Konzern käme auf einen Jahresumsatz von über acht Milliarden Euro. Karstadt betreibt derzeit 89 Waren- und 28 Sporthäuser in Deutschland, Kaufhof 113 Warenhäuser und mehrere Sportarena-Fachmärkte. (mit dpa)