Eishockey : Eisbären fehlt nur noch ein Sieg

Der Kampf um die Deutsche Meisterschaft im Eishockey bleibt spannend. Durch ein Tor kurz vor der Schlusssirene sichern sich die Berliner Eisbären zwar den zweiten Sieg. Doch das nächste Spiel findet in Köln statt - wo sich die Haie an ihre letzte Heimpleite kaum noch erinnern können.

Robert Semmler[dpa]
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Hart umkämpfte Partie im Wellblechpalast: Eisbären-Spieler Braun (r.) im Duell mit dem Kölner Torhüter Müller. -Foto:dpa

BerlinDie Eisbären Berlin sind nach einer dramatischen Schlussphase nur noch einen Sieg von ihrer dritten deutschen Eishockey-Meisterschaft entfernt. Der Pokalsieger gewinnt am Freitag daheim 4:3 (2:0, 0:2, 2:1) gegen die Kölner Haie. Damit liegen die Berliner im Playoff- Finale 2:1 vorne. Mit einem weiteren Erfolg am Sonntag (14.30 Uhr/Premiere) in Köln wäre das erste Double für die Eisbären perfekt.

Die Haie müssen unbedingt gewinnen, um ein entscheidendes fünftes Spiel am Dienstag in Berlin zu erzwingen. Der achtmalige Meister vom Rhein war daheim zuletzt zwölf Mal in Folge siegreich.


Das Spiel wurde erst kurz vor Ende entschieden: Kapitän Steve Walker schoss 31 Sekunden vor Schluss den Berliner Sieg heraus, nur 15 Sekunden zuvor hatte Stéphane Julien mit seinem zweiten Tor des Abends bei 6:4-Überzahl ausgeglichen. Sven Felski hatte in der 57. Minute zum 3:2 für die Eisbären getroffen. André Rankel (10.) und ein Eigentor von Kölns Routinier Andreas Renz (16.) bescherten den Berlinern eine 2:0-Führung nach dem ersten Abschnitt. Bryan Adams (33.) und Julien (39.) glichen vor dem Schlussdrittel aus, wo die Haie zunächst die besseren Chancen hatten.

Möglicherweise letztes Spiel im Wellblechpalast



Eisbären-Trainer Don Jackson musste seinen gesperrten Playoff- Topscorer Nathan Robinson ersetzen und stellte dafür Rankel als Mittelstürmer in die Paradereihe mit den am Knie angeschlagenen Stars Steve Walker und Denis Pederson. Der Nationalspieler sorgte für die Führung, als er sich gegen den Norweger Mats Trygg durchsetzte und durch die Beine von Kölns Auswahlkeeper Robert Müller traf. Dort rutschte der Puck auch wenig später durch: Felski bugsierte die Scheibe in seinem 700. DEL-Spiel mit nur einer Hand am Schläger an den Pfosten, den Abpraller drückte Renz hart bedrängt von Constantin Braun unglücklich über die eigene Linie. Kurz zuvor hatte Florian Busch schon die Chance zum 2:0. Busch war vom Rummel um seine verweigerte Dopingprobe nichts anzumerken.

Bedingt durch Kölner Strafzeiten blieben die Hausherren auch im zweiten Abschnitt am Drücker und beschäftigten Müller. Die erste Zwei-Tore-Führung einer Mannschaft während der Finalserie konnten die Eisbären aber nicht ausbauen - im Gegenteil: Als Schlussmann Rob Zepp einen harmlosen Schuss von Trygg abprallen ließ, staubte Adams ab. Damit kippte die Partie urplötzlich, sechs Minuten später legte Adams sogar zum Ausgleich durch Julien vor.

Wie beim Berliner 3:2 nach Verlängerung am vorigen Sonntag und dem Kölner 2:1 am Dienstag bekamen die Zuschauer wieder viel Spannung geboten. Erst Walker erlöste die 4695 Fans im Wellblechpalast, wo es das möglicherweise letzte Spiel vor dem Umzug der Eisbären gab. Der Kapitän war damit wie in der ersten Partie der Matchwinner.