EM-Niederlage : Enttäuschung für deutsche Dressur-Equipe

Die deutschen Dressur-Reiter haben bei der EM in Turin eine herbe Enttäuschung hinnehmen müssen. Nach 21 EM-Titeln in Serie landeten Isabell Werth, Nadine Capellmann und Co. auf dem zweiten Platz - ganz oben standen am Ende die Niederlande.

Eine der längsten Erfolgsserien im deutschen Sport ist gerissen: Nach 21 EM-Titeln in Folge musste sich die deutsche Dressur-Equipe bei den Europameisterschaften in Turin den Niederlanden geschlagen geben - das deutsche Team kam nur auf Rang zwei. Seit Silber bei Olympia 1972 verpasste eine deutsche Mannschaft bei einem Dressur-Championat (Olympia, Welt- und Europameisterschaften) erstmals die Goldmedaille, Europameisterschaften waren seit 1965 in fester Hand gewesen.

Der Titelverteidiger kam im Grand Prix auf 220,834 Punkte und musste am Ende im Kampf um Gold den Niederlanden (222,083 Punkte) den Vortritt lassen. Die Bronzemedaille sicherte sich das Team aus Schweden (208,000).

"Irgendwann musste es ja mal passieren"

"Wir sind sehr enttäuscht. Natürlich ist es ärgerlich, dass die Serie gerissen ist. Aber irgendwann musste es ja mal passieren", sagte Bundestrainer Holger Schmezer. "Wir wollten diese Erfolgsstory unbedingt weiterschreiben. Schade, dass es letztendlich nicht geklappt hat", sagte Isabell Werth.

Die viermalige Olympiasiegerin Werth zeigte auf ihrem 13 Jahre alten Top-Pferd "Satchmo" eine starke Vorstellung und belegte in der Einzelwertung mit 76,750 Punkten den zweiten Platz. In der Einzelwertung führt die niederländische Olympiasiegerin Anky van Grunsven auf "Salinero" mit 77,458 Punkten.

Nadine Capellmann kam trotz einer guten Vorstellung auf ihrem Parade-Pferd "Elvis" mit 72,417 Punkten nur auf den fünften Platz in der Einzelwertung. "Ich hatte eigentlich ein sehr gutes Gefühl und mit einer Wertung über 73 Prozentpunkten gerechnet", sagte die Doppel-Weltmeisterin von 2002. "Der US-amerikanische Wertungsrichter hat uns ziemlich benachteiligt", schimpfte Bundestrainer Schmezer, der die Bewertung für Capellmann als "viel zu niedrig" einstufte.

Solide Leistung am ersten Tag

Bereits am ersten Tag hatten die deutschen Reiterinnen eine solide Leistung geboten. Ellen Schulten-Baumer wurde mit ihrer Stute "Donatha S" (71,667 Punkte) Tagesbeste und belegte in der Einzelwertung Platz sechs. Monica Theodorescu zeigte bei ihrem ersten Championatseinsatz nach elf Jahren mit ihrem erst neun Jahre alten "Whisper" ebenfalls eine solide Leistung und liegt in der Gesamtwertung mit 69,708 Punkten auf dem zwölften Platz.

Nach dem Mannschaftswettbewerb werden in Turin die Einzelmedaillen vergeben. Am Samstag geht es zunächst um den Grand Prix Special, am Sonntag wird der Europameister-Titel in der Kür vergeben. (mit sid)