Empörter Prinz : "Porno-Klage" gegen Koons-Schau abgewendet

Es dürfte das schönste Weihnachtsgeschenk für Jeff Koons sein: Seine Ausstellung in Versailles muss nicht geschlossen werden. Der französische Prinz de Bourbon-Parme zog gegen den Pop-Künstler wegen "Profanierung seiner Ahnen" ins Feld und scheiterte.

Jeff Koons
Kunstwerke von Jeff Koons dürfen in Versailles bleiben. -Foto: dpa

ParisDie als "Werbung für einen Porno-Star" kritisierte Jeff-Koons-Ausstellung im Schloss von Versailles muss nicht vorzeitig abgebaut werden. Die französische Justiz lehnte am Mittwoch einen entsprechenden Antrag des französischen "Prinzen" Charles-Emmanuel de Bourbon-Parme ab, berichtete der französische Radiosender RTL. Die Richter seien der Argumentation des Nachfahren von Sonnenkönig Ludwig XIV. nicht gefolgt.

Charles-Emmanuel de Bourbon-Parme hatte die farbenprächtigen Skulpturen des amerikanischen Künstlers am Wochenende als eine "Profanierung (Entwürdigung) seiner Ahnen" bezeichnet. Die geplante Verlängerung der Ausstellung über die Feiertage ins nächste Jahr sei nicht hinnehmbar. "Der Skandal dieser Profanierung war gewollt, um einen ausländischen Pornostar auf Kosten der französischen Kunst zu fördern", erklärte Ihre Königliche Hoheit.

Michael Jackson aus Porzellan und Micky Maus inmitten von Gold

Der als "König des Kitsch" gefeierte Pop-Künstler Jeff Koons hat mit der ehemaligen italienischen Pornodarstellerin und Parlamentsabgeordneten Ilona Staller alias Cicciolina ein Kind. Pornografische Werke sind in Versailles allerdings nicht ausgestellt. Stattdessen kann man im "Salon der Venus" einen lebensgroßen neobarocken Michael Jackson aus Porzellan bewundern. Anderswo stehen oder hängen bunte Kunststofffiguren vom riesigen roten Hummer bis zur Micky Maus inmitten von Blattgold und Brokat.

Der "hervorragendste Ort der Welt" Versailles sei zu rein merkantilen Zwecken ausgewählt worden, hatte der Prinz sich weiter empört. "Die Verlängerung der Ausstellung über Weihnachten zielt auf die Arglosigkeit der besonders verletzlichen und gegen pornographische Schädigungen schutzlosen Kinder." (sgo/dpa)