Endergebnis : Präsidentenpartei gewinnt indonesische Parlamentswahl

Wie erwartet hat die Partei des amtierenden Staatsoberhaupts Susilo Bambang Yudhoyono die Parlamentswahlen in Indonesien gewonnen. Damit legte Yudhoyono einen wichtigen Grundstein für die im Juli anstehende Abstimmung über die Präsidentschaft.

JakartaDie erst 2001 gegründete Demokratische Partei bekam laut amtlichem Endergebnis 20,8 Prozent der Stimmen. Zweitstärkste Kraft im Parlament wird Golkar, die Partei des verstorbenen Diktators Haji Mohamed Suharto, der Indonesien bis 1998 gut 30 Jahre regierte. Sie kam auf 14,45 Prozent, gefolgt von der Partei der früheren Präsidentin Megawati Sukarnoputri, die PDI-P, mit 14 Prozent.
 
Die Abstimmung im größten Inselstaat der Welt fand bereits Anfang April statt. Dabei waren 171 Millionen Menschen wahlberechtigt. Die Beteiligung lag bei 70 Prozent. Das neue Parlament tritt erst im Oktober erstmalig zusammen.

Wichtiger für die künftige politische Richtung der Präsidialrepublik Indonesien sind jedoch die Präsidentschaftswahlen am, 8. Juli. Bisher liegt der populäre Yudhoyono in allen Umfragen vorn. Gleichwohl muss der Präsident mit Konkurrenz rechnen. Sowohl Golkar-Chef Jusuf Kalla, bislang in Koalition mit Yudhoyono der zweite Mann im Staate, als auch Megawati wollen als Spitzenkandidaten eigener Koalitionen antreten.
 
Das Staatsoberhaupt wird von der islamistischen PKS unterstützt, die von 7,3 auf 8,2 Prozent zulegte. Medienberichten zufolge erwägt Yodhoyono, einen PKS-Politiker als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten zu benennen. Der Diplomat Hashim Djalal trat Befürchtungen entgegen, wonach sich diese Personalie auf die Außenpolitik auswirken könnte. «Unsere Außenpolitik fördert Frieden in der Region, Stabilität, (...) Demokratisierung, Menschenrechte. Sie wird nicht von islamischen Faktoren diktiert“, sagte er der Jakarta Post. (rf/dpa)