Endlager für Atommüll : Ausschuss soll sich mit Asse beschäftigen

SPD, Grüne und Linke haben eine Untersuchung der Zustände im maroden Atommülllager Asse beantragt. Der Niedersächsische Landtag muss der Einrichtung aber noch zustimmen.

Hannover"Wir wollen wissen, was wirklich in der Asse gelagert ist und wer das angeliefert hat", sagte Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel. Er gehe davon aus, dass die im Ausschuss gewonnenen Erkenntnisse zudem die fehlende Eignung des als Endlager für hoch radioaktive Abfälle geplanten Salzstocks in Gorleben aufzeigten. SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner bezeichnete die Vorgänge in der Asse als größten Umweltskandal in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten.

Das ehemalige Salzbergwerk in der Nähe von Braunschweig war vor einem Jahr durch radioaktiv verseuchte Laugen in die Schlagzeilen geraten. Seither wurde zudem öffentlich, dass dort nicht nur 126.000 Fässer mit radioaktiven Abfällen mit mittlerer bis schwacher Strahlung aus den 1970er Jahren lagern, sondern offenbar auch giftige Pflanzenschutzmittel, Tierkadaver und Strahlenmüll der Bundeswehr. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte zum Januar 2009 die Zuständigkeit für die Asse vom früheren Betreiber, dem Münchener Helmholtz Zentrum übernommen.

Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), in dessen Wahlkreis das Bergwerk liegt, hatte sich für den Untersuchungsausschuss ausgesprochen. Das Gremium soll im Juni nach einem formalen Beschluss des Landtags die Arbeit aufnehmen. (sp/dpa).